Baden: Gemeinsamer Appell für den Weltfrieden

Erstellt am 30. Januar 2022 | 05:09
Lesezeit: 3 Min
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Mit einem multireligiösen Friedensgebet endete der Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche. Foto: Fussi
Foto: Foto: Fussi
Jubiläumsjahr 75 Jahre Evangelische Superintendenz Niederösterreich gestartet.
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Heuer wird die Superintendenz Niederösterreich 75 Jahre alt. Die erste diözesane Veranstaltung (von insgesamt drei) wurde am Sonntag, 23. Jänner, in der Evangelischen Kirche in Baden mit einem Gottesdienst begangen.

Der Tag und der Ort war kein Zufall. Am 23. Jänner 1947, also genau 75 Jahre zuvor, ist die Superintendentialversammlung Niederösterreich zum ersten Mal zusammengetreten. Weil der erste niederösterreichische Superintendent Fritz Heinzelmann Pfarrer von Baden war, wurde Baden damals Sitz der Superintendentur.

Der Festgottesdienst wurde als evangelischer Gottesdienst gefeiert, bei dem alle willkommen waren – unabhängig von ihrer Kirchen- oder Religionszugehörigkeit. Höhepunkt war folglich ein multireligiösen Friedensgebet innerhalb des Gottesdienstes mit Vertretern von drei Religionen und fünf Kirchen. Abgerundet wurde der Festgottesdienst mit dem „Gebet der Vereinten Nationen“.

„Wir müssen nicht darauf warten, bis alle evangelisch werden, bevor wir anfangen, etwas zu tun.“

In seiner Predigt wies Superintendent Lars Müller-Marienburg darauf hin, dass der größte Teil der Bevölkerung in Niederösterreich den evangelischen Glauben nicht teile. 35.000 zu 1,7 Millionen Menschen. „Der Anteil der Nicht-Evangelischen wird immer größer. Nicht nur, weil Niederösterreich wächst, sondern weil wir deutlich an Mitgliedern verlieren“, meinte er. „Wir müssen nicht darauf warten, bis alle evangelisch werden, bevor wir anfangen, etwas zu tun.“

Sondern die geistliche Aufgabe sei es, „jetzt unserem Glauben zuzutrauen, dass er etwas bewirkt.“ Das bedeute auch zuzutrauen, dass Gott auch für Nicht-Evangelische das Beste wolle. Er zeigte sich dankbar für die letzten 75 Jahre Superintendenz Niederösterreich und für die gemeinsame Kirchengeschichte. Er wünsche sich, dass die Evangelischen helfen, wo sie können, ohne zu bewerten.

Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) würdigte, dass zur Messe alle willkommen seien, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Es sei „ein schönes und wichtiges Zeichen“ und lege Zeugnis dafür ab, „dass die Religionsgemeinschaften in Niederösterreich ein aufrichtiges Miteinander pflegen.“ Eichtinger sagte namens des Landes Danke für das Engagement der Evangelischen Kirche und gratulierte zum 75. Jubiläum.

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