„Bei uns ist jeder einfach zur Stelle!“. Das neue Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Möllersdorf im Gespräch über die neuen Aufgaben und den Nachwuchs bei den Florianis.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 28. Februar 2019 (18:29)
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Generationenwechsel bei der Freiwilligen Feuerwehr Möllersdorf: Weil Günther Gutmann aus Altersgründen zurücktrat, übernahm Markus Bartlweber das Kommando bei den Florianis. Zu seinem Stellvertreter wurde Josef Riesner bestimmt, Leiter des Verwaltungsdienstes bleibt auch künftig Patrick Friedl. Das neue Kommando stellte sich den Fragen der Badener NÖN.

NÖN: War für Sie drei schon immer klar, dass Sie sich bei der Feuerwehr engagieren möchten? Wie hat sich das entwickelt?
Markus Bartlweber: Ich war an sich ein Quereinsteiger, aber schon in der Feuerwehrjugend engagiert. Ich war sogar Gründungsmitglied der Feuerwehrjugend im Jahr 1990. Relativ früh wurde ich dann Jugendführer – mit 18 Jahren ganz offiziell. Später bin ich Kommandant-Stellvertreter geworden – und nun hat es sich abgezeichnet, dass die Wahl zum Kommandanten erfolgt.

Der Sprung zum Kommandaten war immer schon ein Wunsch?
Bartlweber: Natürlich ist es ein bisschen mehr Arbeit als zuletzt, aber ich mache es sehr gerne.

Herr Kommandant-Stellvertreter, wie war das bei Ihnen?
Josef Riesner: Bei mir hat es auch in Jugendjahren begonnen, als ich der Feuerwehrjugend beigetreten bin. Das hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Ich war zeitig Fahrmeister, weil mich das mit den Autos immer interessiert hat. Später wurde ich Zugskommandant und nun, weil mir die Feuerwehr sehr viel Freude bereitet und mir sehr am Herzen liegt, mache ich den Kommandant-Stellvertreter.

Patrick Friedl: Ich bin durch den Bruder meiner Freundin zur Feuerwehr gekommen. Ich hab‘ mich schnell mit allen gut vertragen, hab‘ mich für alles sehr interessiert und konnte dann ziemlich schnell viele Kurse auf einmal machen, weil ich da noch Schüler war. Und ich freue mich, dass ich auch weiterhin Leiter des Verwaltungsdienstes sein darf. Ich denke, wir sind ein sehr gutes Team.

Welches Argument bringen Sie, wenn es darum geht, jemanden zu einer Mitgliedschaft bei der Feuerwehr zu überreden? Was spricht für ein Engagement als Floriani?
Bartlweber: Das erste Argument ist die Gemeinschaft, die Stärke der Gemeinschaft – und natürlich anderen unentgeltlich, freiwillig zu helfen, ihnen in Notsituation beiseitezustehen. Das merkt man auch bei uns: Niemand fragt, was er zusätzlich bekommt, wenn er dieses und jenes übernimmt. Da ist einfach jeder zur Stelle. Die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl sind ganz toll.

Gibt es prägende Ereignisse, die einem besonders in Erinnerung blieben?
Bartlweber: Da gibt es viele. Von Großbränden, etwa der Brand der Recylingfirma Peter Petersen, da war ich gerade einmal 18 Jahre alt. In Erinnerung bleiben aber auch Katastropheneinsätze, die zum Glück meist gut ausgingen, aber wo man einfach sieht, was alles passieren kann.
Riesner: Ich war 2005 eine Woche in Tirol, um nach dem Hochwasser zu helfen. Auch die Eiskatastrophe in Slowenien 2014 ist mir noch gut in Erinnerung.
Friedl: Auch ich war in Slowenien mit dabei. Da bekommt man auch mit, was passiert, wenn der Strom einmal ausfällt. Mich hat so beeindruckt, dass die Leute trotz dieser schwierigen Situation noch so freundlich zu uns waren, uns Kaffee nach draußen gebracht haben und dankbar waren, dass wir ihnen geholfen haben. Das sind dann wieder die schönen Seiten.

Gibt es genug Nachwuchs in Ihrer Feuerwehr?
Bartlweber: Zum Glück, ja. Wir haben derzeit 18 Jugendfeuerwehrmitglieder – im Jahr können wir etwa drei bis vier Leute in den aktiven Dienst überstellen.