Die Pflicht muss weg: Badnerin ist seit Pensionierung beim Film

Erstellt am 01. Mai 2022 | 05:41
Lesezeit: 3 Min
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Michaela Weinsberger strahl Lebensfreude aus.
Foto: privat
Ihr Gesicht ist wandelbar: Michaela Weinsberger hat eine neue Leidenschaft entdeckt, sie wechselt die Rollen, wie ein Hemd.
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Dass sie bei ihrem Naturell auch ruhig sein kann, kann man fast nicht glauben. Aber sie kann, ja sie muss sogar, z.B. wenn sie der Statisterie nachgeht: Michaela Weinsberger (66) steht, mehr denn je, mitten im Leben. Auf den Sets arbeitet sie meist mit jungen Filmteams zusammen und wenn sie mal wieder eine Oma verkörpern soll, muss man sie mit viel Müh und Not auf alt schminken, weil sie ist alles andere als ein rundlicher Omatyp mit weißen Haaren ist. Trotz eines bewegten Lebens hat sie sich Figur und Humor behalten.

Sie lebt seit ihrer Pensionierung vor sieben Jahren mehr im Hier und Jetzt und „wenn ich so zurückschaue, denke ich mir, wow, viel erlebt und wenn man so zurückschaut, bringt es einem wieder zu sich selber.“ Und die Person, die sie so im Rückspiegel des Lebens sieht, die hat mit der Person von heute nichts mehr zu tun. Schon in der Maturazeitung stand: „Micky braucht Tapetenwechsel“ und damit hat sie mit 16 begonnen, als sie von zuhause ausgezogen ist, um ihre Wurzeln zu suchen. Eine dieser Wurzeln, die Liebe zur Schauspielerei, steckt in der Urania Puppenbühne, wo sie als junges Mädchen mitwirkte und der bösen Hexe ihre Stimme lieh.

Und so kommt sie, nach einem turbulenten Mittelleben, mit drei Kindern, vielen erfüllenden Berufen wie Französisch-Dolmetsch zu einer neuen Berufung und ist eine gern und oft gebuchte Klein-Darstellerin und Stimme bei Werbe- und Filmproduktionen.

„Ja, vielleicht setze ich mich für längere Zeit auf einen Stein und schau auf’s Meer“

Sie spielt beim Tatort, „Blind ermittelt“, „Die Vorstadtweiber“ oder in dem neuen Ulrich-Seidl-Film „Rimini“ mit. Zu hören ist sie im Deix Film, wo sie aus dem Stegreif synchronisierte: „Einfach drauf los quatschen, das kann ich gut.“ Seit der Pension sei sie aufmerksamer geworden darauf, „was ich wirklich möchte.“ Und was möchte sie? „Freude am Leben haben“ – das ist die größte Kunst. Steht bald ein neuer Tapetenwechsel an? „Ja, vielleicht setze ich mich für längere Zeit auf einen Stein und schau auf’s Meer“, was dabei heraus kommen mag? Wer die Weinsberger kennt, weiß, dass was Spannendes dabei raus kommen wird, weil eines ihrer neuen Lebensprinzipien lautet nicht mehr „zuerst die Pflicht und dann das Vergnügen“, sondern „jetzt mache ich es mal umgekehrt!“

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