Vorwurf gegen Stadtrat. Helmut Wiltschko sah sich in der Gemeinderatssitzung mit Kritik wegen Bevorzugung seiner eigenen Firma konfrontiert.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 31. März 2018 (05:59)
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Helmut Wiltschkos Festspielabrechnungen werden einer neuerlichen Prüfung unterzogen.
Holzinger.Presse

Mit großer Spannung wurde in der Krupp-Stadt der Gemeinderatssitzung entgegengesehen. Schon im Vorfeld gab es wilde Spekulationen wegen vermeintlicher, nicht ordnungsmäßiger Abrechnungen der Festspiele 2017.

Das von der Stadtgemeinde beauftragte externe Prüfungsunternehmen „Value Dimensions Management Service GmbH“ stellte bei den Abrechnungen fest, dass der dafür zuständige Stadtrat Helmut Wiltschko (SPÖ) einige Wareneinkäufe für die Festspiele bei seiner eigenen Firma getätigt hätte – und das ohne öffentliche Ausschreibungen. Konkret geht es um Rechnungen in der Höhe von 32.331,60 Euro, die bereits zur Auszahlung gekommen seien.

Einkäufe des Stadtrates ergeben „schiefe Optik“

Nicht nur, dass diese getätigten Zahlungen eine schiefe Optik ergäben, so die Meinung des Prüfungsausschuss-Obmannes Gerald Wolf (FPÖ), sei auch die Notwendigkeit der angekauften Projekte und deren Wert zu hinterfragen. Alle anwesenden Mandatare sowie die Zuschauer warteten gebannt auf Wiltschkos Antworten.

„Die Käufe mussten rasch getätigt werden, sonst hätte man den Ablauf der Festspiele gefährdet“, konterte Finanz- und Kulturstadtrat Wiltschko. Die Wareneinkäufe, die über seine Firma liefen, seien allesamt bloß „Durchläufer“ gewesen und er könne dies auch belegen. „Ich habe die Festspiele immer ordentlich und mit großem Erfolg geführt und der Stadtgemeinde Berndorf mit meiner oftmals unentgeltlichen Arbeit viel Geld erspart.“

Die Gemeindemandatare einigten sich auf die von Bürgermeister Hermann Kolzik (SPÖ) vorgeschlagene erneute Prüfung des Sachverhaltes, die wieder durch dieselbe externe Prüferfirma durchgeführt wird.

Listenchef Gerald Aster (UBV - „Unser Berndorf Verändern“) ließ danach mit einem Dringlichkeitsantrag aufhorchen, der das Schulwesen betraf und das noch in den Zuständigkeitsbereich des damaligen Stadtrats Andreas Rottensteiner (SPÖ-Team Hermann Kozlik) fiel. Aster bezog sich auf den Rechnungsabschluss 2017 und forderte die Überprüfung des gesamten Volksschulzubaues durch einen externen Sachverständigen.

Auch Schulzubau stand im Fokus der Mandatare

Aster: „Im Besonderen ist eine Überprüfung des Zustandekommens einer mittlerweile installierten Brandmeldeanlage um rund 60.000 Euro dringend notwendig.“ Es gäbe nämlich keinerlei Gemeinderatsbeschlüsse zur Vergabe dieser Aufträge, wie UBV-Gemeinderatskollege Andreas Kronfellner recherchiert hatte.

Die vorhandenen Projektunterlagen würden daher einige Fragen bezüglich des Zustandekommens der Vergabe aufwerfen, denn es „ist zwei Mal ausgeschrieben worden. Zuerst wurden Berndorfer Firmen eingeladen, um sie danach wieder mit undurchsichtigen Argumenten auszuladen, damit letztlich einer Wiener Firma den Auftrag erhält“, so Aster.

Der Gemeinderat stimmte dem UBV-Antrag und dem Vorschlag von Bürgermeister Kozlik zu, dass auch diese Vorgänge „Value Dimensions Management Service GmbH“ zur Überprüfung vorgelegt werden sollen.

Zum Abschluss gab es, trotz all des Ärgers, auch UBV-Lob für Finanzboss Helmut Wiltschko für den Rechnungsabschluss 2017.