Baden: Mehr Schutz für Haidhofsiedlung

170 Unterschriften für Verkehrsberuhigung am Haidhof. Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat abgelehnt, Gespräche folgen.

Erstellt am 14. Januar 2022 | 05:16
Lesezeit: 2 Min
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Viele Bewohner der Haidhofsiedlung wünschen sich Maßnahmen zur Verbesserung der Lärmsituation. Zum Schutz der Kinder plädieren sie mit Jowi Trenner und Peter Koczan von der Bürgerliste für einen Schutzweg, um die Haidhofstraße vom Gehsteig aus sicher zum Kindergarten zu überqueren.
Foto: Fussi

Anrainer Udo Landauer hat im November 170 Unterschriften für mehr Lebensqualität in der Haidhofsiedlung und den angrenzenden Teichen gesammelt. Hintergrund ist das erhöhte Verkehrsaufkommen von Pkw und durchfahrenden Lkw, wodurch die Lärm- und Schadstoffbelastung „erheblich zugenommen“ hätte.

Folgende Maßnahmen wären laut den Haidhof-Bewohnern dringend notwendig:

  • Tempobeschränkung auf 40 km/h, was einer Reduktion des Straßenlärms um die Hälfte entspreche, bei vermindertem Schadstoffausstoß.
  • Regelmäßige Überwachung durch stationäre Radargeräte.
  • Herabsetzung des Lkw-Fahrverbots von 16 auf 7,5 Tonnen.
  • Errichtung eines Schutzweges vor dem Kindergarten.
  • Bau einer Schallschutzwand entlang der A2.

 

Die Bürgerliste „wir badener“ hat in der Gemeinderatssitzung die Anliegen der Bewohner als Dringlichkeitsantrag eingebracht, aber ÖVP und Grüne stimmten nicht zu.

Die NÖN machte sich am Sonntag bei einem Lokalaugenschein ein Bild der Situation. Die Unterschriftsleister sind enttäuscht, kein offizielles Antwortschreiben der Gemeinde bekommen zu haben. Initiator Landauer hat einen Gesprächstermin mit dem Bürgermeister in Aussicht. Einzig Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) habe mit ihm bereits eine halbe Stunde telefoniert.

Krismer: Tempo 40 in Baden nicht möglich

Im Gespräch mit der NÖN erklärt Krismer, wegen der Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 auf 40 km/h mit der Stadtpolizei gesprochen zu haben. „Einhellige Meinung ist, dass die Stadt ein Gesamtkonzept hat, um nicht Willkür walten zu lassen und Verkehrspolitik auf Zuruf zu machen.“ So gebe es auch in Wohnvierteln 50 km/h auf Sammelstraßen und 30 km/h in beruhigten Zonen.

„Das System sieht diese klare Unterscheidung vor und daher gibt es auch keine 40 km/h“, betont Krismer. Wenn das Gesamtkonzept geändert werden soll, dann gehe sie davon aus, dass die Fachleute ohnehin zu durchgehend 30 km/h raten würden. Doch sie bezweifle, dass es dafür eine Mehrheit gebe, nicht zuletzt da auch der Citybus so gedrosselt werde. „Im Konkreten fahren 85 Prozent der Fahrzeuge nicht schneller als 53 km/h in dem Straßenabschnitt“, ergänzt Krismer. Einzig ein Schutzweg erscheine ihr zweckmäßig.

„Zur Verkehrssituation in Baden ist grundsätzlich festzuhalten, dass sowohl die absolute Zahl als auch der prozentuelle Anteil an strafbaren Geschwindigkeitsübertretungen gering ist“ Stefan Szirucsek

ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek bestätigt den Termin mit Landauer und wolle dem Gespräch nicht vorgreifen. Er ließ nur durchblicken, bereits Ende September bei der ASFINAG Lärmmessungen angeregt zu haben. Er habe schon die Zusage, dass „an charakteristischen Punkten gemessen werde. Er rechne mit einer Rückmeldung zu Ergebnissen und Möglichkeiten zusätzlicher Lärmschutzmaßnahmen bis Ende des 1. Quartals 2022.

„Zur Verkehrssituation in Baden ist grundsätzlich festzuhalten, dass sowohl die absolute Zahl als auch der prozentuelle Anteil an strafbaren Geschwindigkeitsübertretungen gering ist“, meint Szirucsek. Das sei auf die auf die regelmäßigen Geschwindigkeitsüberwachungen durch die Stadtpolizei zurückzuführen. Punktuelle Verbesserungen erfolgen stets auf Basis der gesetzlichen Bestimmungen. „Welche Maßnahmen umgesetzt werden können, wird mit Herrn Landauer besprochen“, kündigt der Stadtchef an.