Licht sorgt für helle Köpfe in Ebreichsdorf

In den Volksschulen von Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf wird der Einfluss der Beleuchtung auf das Wohlbefinden und Lernverhalten von Schüler und Lehrer untersucht.

Erstellt am 04. November 2021 | 05:21
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Ebreichsdorfs Volksschul- Direktorin Lidwina Unger in einer der Klassen, die mit den LED-Leuchten ausgestattet sind.
Foto: JJ

Die Volksschulen Ebreichsdorf, Unterwaltersdorf und Guntramsdorf (Bezirk Mödling) machen als Partnergemeinden von Wien-Energie bei einem Forschungsprojekt der Aspern Smart City Research (ASCR) mit.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht, welchen Einfluss „smarte Beleuchtung“ in Klassenzimmern auf die Lernatmosphäre und das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern hat. Die Grundannahme ist, dass wärmeres Licht mit mehr Gelb- oder Rotanteil (etwa 3.000 Kelvin) kreative Tätigkeiten wie malen, tanzen oder singen begünstigt. Kälteres Licht mit mehr Weißanteil (mehr als 4.000 Kelvin) dagegen soll die notwendige Konzentration für lesen, schreiben oder rechnen fördern. Dies gilt es nun für den Unterricht zu verifizieren.

Die Teilnahme der Kinder am Projekt ist freiwillig, die Daten werden ausschließlich anonymisiert erhoben.

Direktorin Lidwina Unger erzählt: „Das Schwierigste war die Auswahl der Klassen, denn diese sollten vom Lichteinfall unbedingt miteinander vergleichbar sein.“

Drei Klassen wurden mit den speziell verstellbaren LED-Leuchtkörpern ausgestattet, eine „normale“ Klasse dient als Vergleichsklasse. Die Leuchtkörper sind einfach mit der Hand zu steuern.

Die Direktorin erläutert: „Mache ich eine Ansage, dann brauche ich womöglich ein aktiveres Licht, will ich etwas Ruhigeres mit den Kindern erarbeiten, dann kann ich das Licht auch entsprechend dämpfen. Ich kann das Licht also auf die Gemütslage der Kinder einstellen.“

Zur Evaluierung beantworten die Schüler im Laufe des Schuljahrs immer wieder gezielte und altersgerechte Fragen und lösen kleine Aufgaben. Auch Lehrer und Eltern werden anhand kurzer Fragebögen in die Forschung einbezogen. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der ASCR, bestehend aus einer Psychologin, einer Expertin im Bereich Klimapolitik und Kommunikation und einem Techniker, begleitet das Projekt. Zusätzlich zu den LED-Leuchten wurden in den beforschten Klassenzimmern Sensoren angebracht, die die Temperatur, die Bewegung, die Luftfeuchtigkeit, den CO₂-Gehalt sowie die Lautstärke messen. Diese sollen für ein optimales Raumklima sorgen. Ist beispielsweise der CO₂-Gehalt zu hoch, wird dem Lehrpersonal von einer kleinen roten LED-Lampe signalisiert, dass es Zeit ist, die Fenster zu öffnen und für eine Frischluftzufuhr zu sorgen.

Das Projekt läuft bis März 2022.