Baden/Kottingbrunn: Große Trauer um Erich Wellenhofer

Erstellt am 10. März 2022 | 17:11
Lesezeit: 4 Min
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Erich Wellenhofer, wie ihn alle kannten. Das Foto entstand 2018.
Foto: Klaus Wellenhofer
Der am 29. Dezember 1940 in Baden geborene Fotograf Erich Wellenhofer ist am Dienstag, 8. März, im Alter von 81 Jahren verstorben. Er war mit seiner Arbeit weit über seinen Wohnort Kottingbrunn hinaus bekannt.
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Schon von frühester Kindheit mit dem Talent zum Zeichnen und Malen ausgestattet, hat er mit 10 Jahren die Fotografie für sich entdeckt. Mit damals einfachsten Kameras hat er erste Bilder gemacht. Um 1960 hatte er seine erste Spiegelreflexkamera und intensivierte sein Hobby. Im Juni 1976 entschloss er sich als Pressefotograf für die Badener Presse zu arbeiten. Nach Anmeldung des Gewerbes arbeitete er für Rundschau, NÖN, Badener Zeitung und Badener Nachrichten. Parallel dazu lieferte er seine Fotoberichte auch an Kurier und Kronen Zeitung.

Ursprünglich wollte Wellenhofer Kaufmann werden, da seine Vorfahren in Baden-Leesdorf ein Gemischtwarengeschäft betrieben. Da jedoch seine Schwester das Geschäft übernehmen wollte, entschloss er sich, die Handelsschule zu besuchen. Danach bekam er eine Anstellung bei der Stadtgemeinde Baden, bei der er 32 Jahre als Beamter tätig war.

International bekannt als Society-Fotograf

Bekanntheit erlangte Wellenhofer vor allem durch seine Society-Berichte. Begonnen habe das mit einer Pferdebergung, wie er in einem Interview mit den Kottinbrunner Nachrichten der ÖVP 2015 erzählt hat. Für die FF Baden-Leesdorf fotografierte er den Einsatz und sendete die Bilder der Kronen Zeitung und schaffte es auf die Titelseite. Daraufhin kontaktierte ihn die Bildredaktion der Aktuellen München und wollte exklusiv den Bildbericht. Von da an hatte Wellenhofer auch sehr viel Kontakt zur deutschen Yellow Press.

Von 1980 bis 1988 hatte er sogar in Wien eine eigene Presseagentur – WECO-Presseservice – und belieferte die großen Verlage wie Springer, Burda, Bauer usw. Wellenhofer hatte dadurch Kontakte zu ca. 120 Redaktionen. Seine Aufgabenbereiche waren die Themen Adel, Stars, Politiker, Sportler sowie Schicksalsberichte, Tiergeschichten und anderes. Seine Kontakte zu den Printmedien in Baden sowie in Österreich hat er stets aufrecht gehalten. Auch für Paul Leitenmüllers Onlinemedium leadersnet war er oft unterwegs.

Wellenhofer lernte in seiner Funktion als Society-Fotograf etliche prominente Persönlichkeiten kennen, etwa aus dem Hause Habsburg, wie etwa Ex-Kaiserin Zita sowie Karl Schwarzenberg, Prinz Tassilo von Fürstenberg und Familie sowie Stars wie Curd Jürgens, Tony Curtis, Liza Minelli, Richard Burton und Liz Taylor, Peter Alexander, Udo Jürgens, Hildegard Knef, Maria Schell, Vaclav Havel, Jiri Hajek, Fred Bertelmann, Peter und Fred Kraus, Helmut Fischer und viele mehr und war mit vielen auch per du. Für die deutsche Presse hatte er auch Aufträge mit der Aristokratie, wie dem Fürstenhaus von Monaco, dem englischen und dem schwedischen Könighaus. Er war sogar beim König Boris III. von Bulgarien fotografisch tätig, von dem er sogar damals persönlich eine Kamera geschenkt bekam, die er vor Jahren schon seinem Sohn Klaus weitergab, eine "Brownie/Kodak". Es machte ihm Spaß, in dieser Gesellschaft als anerkannter Fotograf tätig zu sein.

Vor allem schätzte er an seinem Job, mit Menschen zu arbeiten, Freundschaften dabei zu entwickeln und viel zu erleben.

Für die Badener Lokalzeitungen war er bis zuletzt aktiv 

Ab 1988 beschloss er nur mehr für Tages- und Wochenzeitungen in Österreich zu arbeiten. Es waren 10 Printmedien und ein Internetmedium. Für die Badener Lokal- und Regionalzeitungen war er bis zuletzt aktiv. Hauptsächlich fotografierte er bei Veranstaltungen (z.B. Misswahlen im Casino Baden), machte Theaterfotos sowie Kalenderfotos (wie den Jungwinzerinnen-Kalender) und hatte Aufträge für Gemeinden.

Erich Wellenhofer hatte ein Auge fürs Detail. „Es ist der richtige Moment auf den es ankommt und das kann auch in unmittelbarer Umgebung sein. Kleinigkeiten – oft ganz im Nahbereich – sind, wenn man es vom richtigen Standpunkt betrachtet, geeignet ein Superfoto zu machen“, schrieb er in einem Kommentar auf einer Fotoplattform.

Seine fotografischen Kenntnisse hat er sich durch Bekannte und Fotografenkollegen angeeignet. Das Entwickeln von Filmen und die Anfertigung von Bildern hat er selbst erlernt. Auch im digitalen Bereich hat er mir die Kenntnisse zum Großteil durch seinen Sohn Klaus Wellenhofer angeeignet. Seit 1980 arbeitete Erich Wellenhofer mit NIKON-Equipment.

Verabschiedung am 15. März, 11 Uhr

Die Verabschiedung des Verstorbenen findet am Dienstag, 15. März, um 11 Uhr am Friedhof in Kottingbrunn statt. Die heilige Seelenmesse wird nach der Trauerfeier in der Pfarrkirche St. Achatius in Kottingbrunn gelesen. Im Sinne des Verstorbenen, der ein großer Tierfreund war, wird ersucht, von Blumenspenden abzusehen und dafür den angedachten Betrag zugunsten einer von der Trauerfamilie ausgewählten Tierhilfsorganisation zu spenden.

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