Badner Foto-Aktion mit Burka polarisiert

Erstellt am 18. Mai 2022 | 05:27
Lesezeit: 3 Min
Österreichisch-türkische Künstlerin Esin Turan macht Fotoserie in Baden.
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Die österreichisch-türkische Malerin, Zeichnerin und Fotografin Esin Turan setzt auch in Baden Schritte des Protestes gegen die Ungleichbehandlung in der Aufnahme von Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalitäten. Sie geht dabei einen friedvollen, jedoch auch starken und polarisierenden Weg, der in einer Fotoserie, aufgenommen vom Galeristen der Galerie Breyer, Christopher Lane, etwa im Kurpark sowie in der Badener Fußgängerzone, festgehalten wurde.

Verhüllt in eine Burka in den Nationalfarben der Ukraine setzt Turan ein Statement, das keine Kontroverse oder Provokation scheut, und für Mitgefühl für alle stehen soll. „Die Kernbotschaft meiner Kunst ist der Aufruf zur Solidarität, jenseits jeglicher Doppelmoral. Ich wünsche mir von uns, auch als für unsere Bevölkerung mit Zivilcourage, dieselbe Empathie für alle Flüchtlinge. Alle Nationalitäten sollten den ‚full access‘, das bedeutet den vollen Zugang zu grundsätzlicher humanitärer Hilfe und Aufnahme in Österreich, haben. Nicht nur ein paar wenige. Auch die syrischen und aserbadschanischen Flüchtlinge gehören dazu“, sagt Esin Turan.

Keine Flüchtlinge zweiter Klasse

Manuel Baghdi, seit 32 Jahren als Flüchtlingsbeauftragter in Nahost-Fragen von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzt unterwegs, ist immer wieder in den Kriegs- und Krisengebieten Syrien, im Iran und Irak, dem Libanon, Ägypten und nun auch in der Ukraine im Einsatz. Am 18. Mai geht es wieder los und er fährt mit der zweiten Lebensmittel- und Hilfsgüter-Transportlieferung, finanziert mit Spenden aus Baden, in das ukrainische Kriegsgebiet in die Stadt Dowhe. Flüchtlinge zweiter Klasse gibt es für ihn nicht. „Wir sind ein Team von bildlich gesagt humanitären Notfallärzten. Unser Ziel ist es, mit bestem Wissen und Gewissen Nothilfe bei jedem Kranken zu leisten. Jetzt und sofort“, sagt Baghdi. In einer Stadt wie Baden treffen einander künstlerische Aktionen und humanitärer Einsatz.

Die Badener Vizebürgermeisterin Helga Krismer von den Grünen kontet und sieht einen pragmatischen Zugang zu der Flüchtlingsfrage. „Es geht um die Ukraine. Und um einen Angriffskrieg. Der Kunst ihre Freiheit. Mit der EU arbeiten wir derzeit intensiv an dem Aufenthaltsrecht.“

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