FF Baden-Weikersdorf sucht Nachwuchs. Die Freiwillige Feuerwehr Weikersdorf wünscht sich mehr junge Feuerwehrmitglieder. Ab 15 ist aktiver Dienst möglich.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 28. August 2019 (04:29)
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Einer für alle, alle für einen: Dominik Zimara, Florian Brand, Martin Sinkovits und Christian Dolkowski freuen sich über alle ab zehn Jahren, die der Freiwilligen Feuerwehr Weikersdorf beitreten wollen.
Jandrinitsch

Feuerwehrmann Christian Dolkowski hat in seinem beruflichen Leben die Erfahrung gemacht: „Bei einem Arbeitgeber kann man als Feuerwehrmitglied mit Fähigkeiten punkten, die Mitbewerber nicht haben. Das hat auch für mich einmal den Ausschlag gegeben, einen wichtigen Job zu bekommen.“

Damit macht Dolkowski deutlich, dass es nicht nur irgendein Hobby ist, sich für die Freiwillige Feuerwehr zu engagieren. Vielmehr „vermittelt die Tätigkeit bei der Feuerwehr einen Sinn, der bleibt. Man erwirbt soziale Kompetenz und ein Einsatz, bei dem man Mitmenschen helfen kann, vermittelt einem das Gefühl, wirklich nachhaltig etwas geleistet zu haben. Das ist in vielen anderen Bereichen des Lebens nicht so“, meint Dolkowski.

„Die Feuerwehr vermittelt einem das Gefühl, wirklich nachhaltig etwas geleistet zu haben. Das ist in vielen anderen Bereichen nicht so.“Ausbildungsleiter Christian Dolkowski

Als Feuerwehr-Ausbildner ist es ihm ein Anliegen, die Jugend zu motivieren, der Feuerwehr beizutreten. Denn daran hapert es im Moment bei der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Weikersdorf. „Die Ausbildung der Kinder- und Jugendlichen ist ab zehn Jahren möglich. Am Montag, 9. September um 18 Uhr beginnen unsere Jugendstunden im Feuerwehrhaus in der Helenenstraße 2. Der Montag ist der fixe Treffpunkttag für die Kinder und Jugendlichen.“

Besonders im städtischen Bereich sei es schwer, junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern. Dolkowski hat die Erfahrung gemacht: „Wenn Menschen aus Wien nach Baden ziehen, dann denken diese oft, wir wären eh eine Berufsfeuerwehr. Dass wir das freiwillig machen, ist den Meisten nicht bewusst.“

„Man lernt, Gefahren zu erkennen und richtig mit ihnen umzugehen“

Kommandant Martin Geiger glaubt, dass es das „große Angebot in der Stadt“ sei, dass zwar für die Kinder den Vorteil hat, aus vielen Möglichkeiten zu wählen, bringe die Feuerwehr aber in eine schwierige Konkurrenzsituation. Geiger meint: „Jeder sucht sich das aus, was ihm gefällt, viele wissen aber gar nicht, was für ein vielfältiges Ausbildungsangebot einem bei der Feuerwehr erwartet.“

Das Ausbildungsangebot ist breit gefächert und reicht von der technischen Ausbildung, Unfallverhütung, Erste Hilfe über die Tauchausbildung bis zur Höhenrettung, auf die die FF Baden-Weikersdorf spezialisiert ist. Ausbildungsleiter Dolkowski gibt zu bedenken: „In der Marchetstraße kann man zu einer Wohnsiedlung mit einer Drehleiter gar nicht zufahren, weil es dort keine Aufstellfläche dafür gibt. Da müssen wir als Feuerwehr seilbasierte Zugänge schaffen.“

Unsterbliche Helden seien die Feuerwehrleute aber deswegen nicht. „Man lernt, Gefahren zu erkennen und richtig mit ihnen umzugehen. Das beginnt schon beim Anlegen der entsprechenden Schutzkleidung“, sagt Dolkowski. Auch der sensible Umgang mit den Mitmenschen werde geschult. Beim Feuerwehrfest konnten die Gäste den Teamgeist live erleben, wer der Feuerwehr beitritt, kann diesen auch selbst erfahren.