Rettungswagen fährt wieder in Oberwaltersdorf und Pottendorf

Die Ortschefs erzielten ersten Erfolg, um Rot-Kreuz-Stelle weiterzuführen.

Erstellt am 15. Dezember 2021 | 06:01
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8249317_bad50jj_ortsstelle_oberwaltersdorf.jpg
Oberwaltersdorfs Bürgermeisterin Natascha Matousek (l.) mit Pottendorfs Ortschef Thomas Sabbata-Valteiner vor der Oberwaltersdorfer Rot-Kreuz-Stelle.
Foto: Lenger

Seit 1. Juli dieses Jahres gibt es in Oberwaltersdorf und im Pottendorfer Ortsteil Landegg keinen fix stationierten Rettungswagen mehr, jetzt könnte sich das wieder ändern.

Im letzten Jahr wurde die „Rettungslandschaft neu“ ausgehandelt und seither zahlen die Gemeinden ihren Beitrag an das Land Niederösterreich und dieses finanziert mit diesen Beiträgen die Rettungsorganisationen.

In der Region Steinfeld sind seit 1. Juli die beiden Rot-Kreuz-Dienststellen Landegg und Oberwaltersdorf nicht mehr mit einem Rettungswagen besetzt. Geplant war es auch, ab September die Krankentransportwagen von den beiden Stützpunkten abzuziehen und diese ganz zu schließen. Da gleichzeitig auch der Rot-Kreuz Stützpunkt in Ebenfurth Wiener Neustadt zugeteilt wurde, bedeutete das für den Samariterbund Ebreichsdorf über 100 Einsätze mehr pro Monat.

„Wir haben uns daher dafür eingesetzt, dass die beiden Rot-Kreuz-Rettungsstellen nicht geschlossen werden, damit so die bestmögliche Versorgung für unsere Gemeinden, aber auch für die gesamte Kleinregion möglich ist.“
Natascha Matousek, Bürgermeisterin Oberwaltersdorf

Pottendors Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner, SPÖ, erklärt: „Für uns war das ein Umstand, den wir so nicht hinnehmen wollten.“ Oberwaltersdorfs Bürgermeisterin Natascha Matousek, ÖVP, fügt hinzu: „Wir haben uns daher dafür eingesetzt, dass die beiden Rot-Kreuz-Rettungsstellen nicht geschlossen werden, damit so die bestmögliche Versorgung für unsere Gemeinden, aber auch für die gesamte Kleinregion möglich ist.“

„In Pottendorf wird ab 1. Jänner 2022 täglich wieder ein Rettungswagen von 6 bis 22 Uhr einsatzbereit sein.“
Thomas Sabbata-Valteiner, Bürgermeister Pottendorf

Im Rahmen der Kleinregion Ebreichsdorf haben die Bürgermeister der zehn Gemeinden Gespräche mit den Einsatzorganisationen und der Leitzentrale Notruf 144 disponiert, geführt. Sabbata-Valteiner kann einen ersten Erfolg vermelden: „Es ist uns jetzt gelungen, die Schließung der beiden Stützpunkte vorerst zu stoppen. In Pottendorf wird ab 1. Jänner 2022 täglich wieder ein Rettungswagen von 6 bis 22 Uhr einsatzbereit sein. Darüber hinaus können Freiwillige auch wieder Nachtdienste am Stützpunkt übernehmen.“

„Sie ist ein wichtiger Ort der Begegnung, wo auch Veranstaltungen stattfinden können.“ Natascha Matousek

In Oberwaltersdorf wird weiterhin von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr ein Krankentransportwagen stationiert sein. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, dass Freiwillige wieder einen Rettungswagen in Oberwaltersdorf besetzen. Für die Bürgermeisterin ist die Rot-Kreuz-Dienststelle mehr als nur eine Rettungsdienststelle: „Sie ist ein wichtiger Ort der Begegnung, wo auch Veranstaltungen stattfinden können.“

Zur gegenwärtigen Lage sagt Gernot Grünwald, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Baden: „Der Grund dafür ist, dass in der Rettungslandschaft neu in Niederösterreich die Dienststellen in Deutsch Brodersdorf, in Oberwaltersdorf und in Landegg nicht mehr vorkommen. Hier wurde von der Landesseite definiert, wie viel Rettungsstellen das Land braucht und diese drei Dienststellen sind darin nicht mehr vorgesehen.“

Grund dafür ist die Finanzierung, „wir können uns ein Gebäude wie in Landegg oder die Miete wie in Oberwaltersdorf nicht mehr leisten“, sagt Grünwald. Jetzt seien die Gemeinden eingesprungen und übernehmen die Kosten für ein Jahr. Grünwald betont: „Wir selber haben auch kein Interesse uns so zu zentralisieren, dass wir die Leistungen nur mehr auf Baden und Alland konzentrieren, weil wir den Osten des Bezirkes damit für unterversorgt ansehen.“