Im Bezirk Baden wird wieder geliefert. Restaurants und Heurigenbetriebe aktivieren wieder ihre Lieferservices. Kunden wissen das sehr zu schätzen.

Von Thomas Lenger und Andreas Fussi. Erstellt am 11. November 2020 (04:55)
Haubenküche zum Mitnehmen im Rosenbauch‘s.
Lenger

Die Erfahrung, wie es geht ist da. Karl Rosenbauch vom einzigen Lokal mit 3 Hauben in Ebreichsdorf berichtet: „Wir haben im Frühjahr mit dem Abholservice gute Erfahrungen gemacht und daher auch über den Sommer nicht damit aufgehört und den Take-Away-Verkauf weiter geführt.“

Das tägliche Menü beinhaltet Suppe, Hauptspeise und Dessert, ein viergängiges Gansl-Menü ist bereits um 40 Euro zu haben.

3-Hauben Koch Franz Rosenbauch richtet gerade die Suppen für das Menü in verschließbaren Bechern an. „Die Nachfrage ist groß und für uns bringt der Lieferservice einen wichtigen Umsatz, der uns hilft, unsere Fixkosten zu decken“, sagt der Haubenkoch. Mitarbeiter wurden bisher keine gekündigt und auch niemand in Kurzarbeit geschickt. „Solange wir nicht genau wissen, wie das jetzt mit der Kurzarbeit ist und mit der Rückerstattung des Umsatzentgangs, müssen wir einmal abwarten“, meint der Gastronom.

Trotz der Stornos von so gut wie allen geplanten Weihnachtsfeiern versuchen die Rosenbauchs optimistisch zu bleiben. „Ich rechne damit, dass wir erst Mitte Dezember wieder aufsperren dürfen“, hat Karl noch eine kleine Hoffnung, heuer doch noch Gästen einen Tisch in seinem Restaurant anbieten zu können. „Wir hatten zum Glück einen sehr guten Sommer, dank unserer vielen Stammgäste“, erzählt er.

"Take-away-Heuriger"

Ähnlich ist die Situation auch bei Winzer und Heurigenwirt Andreas Artner in Trumau. Eigentlich hätte er vom 5. bis 15. November seinen „Ausgesteckt“-Termin. Jetzt hat man kurzfristig umdisponiert. „Während des ersten Lockdowns haben wir unseren Heurigenstadel umgebaut und das Dach erneuert“, erzählt der aufstrebenden Jungewinzer.

„Der November-Lockdown kam für uns schon sehr überraschend und wir hatten bereits viele Reservierungen, die wir leider stornieren mussten. Daher haben wir uns entschlossen, einen Heurigen zum Mitnehmen zu machen“, erzählt er und bietet Gansl, Wildburger oder Schnitzel zum zuhause essen an.

„Die Nachfrage ist sehr groß, denn unsere Gäste möchten trotz der Ausgangsbeschränkungen einen gemütlichen Abend verbringen“ – bei sich zu Hause „und unsere Speisen und Weine genießen können“, erklärt Artner. Er hofft natürlich, dass er im Dezember wieder „Ausstecken“ kann.

Auch in Baden haben wieder viele Gasthäuser auf Zustell- und Abholservice umgestellt. Nach der guten Nachfrage im Frühjahrs-Lockdown entschlossen sich etwa Gabi und Gustav Martinek, ihr Menü-Service jetzt wieder anzubieten. Auch Gansl zum Abholen werde angeboten. Das war auch ein Grund fürs Aufsperren im Lockdown. Denn Martinek hatte bereits so viele Gansl-Vorbestellungen, dass er sie nun für seine Gäste für Zuhause zubereitet. Die Nachfrage ist enorm.: „Wir sind nahezu ausverkauft!“, so Martinek. Es wird gebeten, die Speisen am Vorabend zu bestellen.

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