Wirte im Bezirk Baden sind bereit für Gäste.  Gastwirte sind erleichtert. Wie praktikabel Zutrittsauflagen sind, werde sich weisen.

Von Simon Weiß und Thomas Lenger. Erstellt am 19. Mai 2021 (04:19)
Karl und Franz Rosenbauch vom Haubenlokal „Rosenbauchs´s“ in Ebreichsdorf freuen sich schon sehr, wenn sie ihre Gäste endlich wieder in ihrem Restaurant bewirten dürfen.
Lenger, Lenger

Ab Mittwoch, den 19. Mai können die Gastronomen nach nicht weniger als sechs Monaten im Lockdown wieder etwas aufatmen. Nach wie vor ein wenig eingeschränkt aber doch, dürfen die Lokale ihre Pforten wieder für Gäste öffnen und Speisen nicht lediglich via Take-Away anbieten.

Hinsichtlich dieser Öffnungsschritte zeigt sich der Ebreichsdorfer Gastronom Franz Rosenbauch vom renommierten Restaurant „Rosenbauchs“ durchwegs motiviert: „Wir freuen uns schon sehr, wenn wir unsere Gäste endlich wieder in unserem Lokal bewirten dürfen!“

Das mit bereits drei Gault Millau Hauben prämierte Lokal bot auch während der Lockdowns diverse 3-Gang Mittagsmenüs zu einem erschwinglichen Preis zum Mitnehmen an, wie der Serviceleiter Karl Rosenbauch erzählt. „Wir sind in den vergangenen Monaten mit unserem Take-Away Mittagsmenü und à la carte-Angebot für unsere Gäste auch da gewesen und das Angebot wurde auch sehr gut angenommen. Dennoch freuen wir uns natürlich schon sehr darauf, wieder Gastgeber sein zu dürfen.“

Die Rosenbauchs seien davon überzeugt, dass ihre Stammgäste Verständnis für sämtliche Maßnahmen wie die Registrierpflicht, das Vorzeigen eines Nachweises über einen negativen Covid-Test oder auch eine bereits erhaltene Impfung hätten. Die Hauptsache sei, dass man wieder öffnen könne.

Skeptisch bezüglich der Testkontrolle

Auch für Michael Dvoracek, den Inhaber des sowohl in Baden als auch in Mödling ansässigen „Amterl“, startet wieder mehr oder minder der Vollbetrieb. Bezüglich der Test- und Impfnachweiskontrollen in seinen Lokalen ist Dvoracek jedoch noch etwas skeptisch: „Die Kontrollen werden spannend, ich kann mir schwer vorstellen, wie diese in der Umsetzung funktionieren werden. Schließlich bindet diese Aufgabe ja Mitarbeiterressourcen.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Gästen die Plätze zuweisen, werden gleichzeitig auch für die Kontrolle diverser Eintrittsunterlagen zuständig sein.

Zur Sicherheit werde man zudem einige Schnelltests zur Verfügung stellen, sollte jemand vorab einen solchen nicht gemacht haben. Bezüglich der Personalsituation gebe es keine Probleme, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten ihre Anstellung behalten. Auch die Reservierungslage sei sehr erfreulich, wie der Gastronom konstatiert: „Wir sind sehr gut reserviert und unser Telefon läutet Sturm. Jetzt ist nur noch offen, wie praktikabel die Maßnahmen sein werden.“

Ebenso euphorisch und zugleich zurückhaltend zeigt sich Markus Trocki. Am Grünen Markt im Herzen Badens betreibt er das Fischrestaurant       „Marktamt“. Besorgnis bekundet Trocki vor allem bezüglich des Datenschutzes seiner Gäste, da fortan beim Besuch der Gas-tronomie eine Registrierpflicht herrscht: „Ich finde das Testen gut, aber die E-Mail-Adressen und Telefonnummern meiner Besucherinnen und Besucher zu schützen, ist etwas schwierig Das alles elektronisch mit einer offiziellen App abzuwickeln, wäre sinnvoller.“

Eine Testmöglichkeit vor Ort werde es nicht geben, diese Option anzubieten oder nicht, steht den Gastronomen schließlich frei. Anders als im „Amterl“ konnten im „Marktamt“ nicht sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehalten werden. Der Grund dafür: „Ich habe Personal mehrere Wochen lang eingeschult, doch dieses wurde dann vom AMS gezwungen, einen Hilfsarbeiterjob anzunehmen. Bis jetzt hatte ich kein Glück dabei, neue Leute für mein Team zu finden“, so der Gastronom. Trotz dieses Ärgernisses ist Markus Trocki guter Dinge, was den Zulauf an Gästen zu seinem Lokal betrifft.

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