gegen Ex-Ortschef

Erstellt am 06. Mai 2013 | 00:00
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Foto: NOEN, DIETMAR HOLZINGER
Bürgermeister hat nun Anwalt gegen SPÖ eingeschaltet.
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Von Elfi Holzinger

POTTENSTEIN / Die Politik ist manchmal ein hartes Geschäft. Ein Beispiel dafür ist der ehemalige Pottensteiner SPÖ-Bürgermeister Manfred Schweiger. Der „Sonnyboy“ mit fescher Freundin und schickem Auto musste dieser Realität ins Auge sehen.

Wie die NÖN berichtete, stolperte Manfred Schweiger im Vorjahr über die geplante Errichtung einer gemeindeeigenen Wohnungsgesellschaft in Pottenstein, in die er zum Geschäftsführer ernannt werden und einen dementsprechenden Geschäftsführerbezug erhalten sollte. Doch dem war schließlich nicht so, denn plötzlich sah sich Schweiger einer Welle von Vorwürfen gegenüber.

Finanzielle Unregelmäßigkeiten waren aufgetaucht. Plötzlich war er das Feinbild vieler, bis sich Manfred Schweiger auf Druck seiner eigenen SPÖ-Kollegen entschloss, sein Amt als Bürgermeister und Geschäftsführer zurückzulegen. Dem nicht genug, wurde seitens der Marktgemeinde Pottenstein auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Spruch: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich‘ gänzlich ungeniert“ trifft auf Schweiger allerdings nicht zu. Sein Ruf eilte ihm bei jedem Vorstellungsgespräch voraus. Er konnte keinen neuen Job finden, wie er im Gespräch mit der NÖN erzählt. Frank Stronach holte Schweiger schließlich vor der Landtagswahl in sein Team.

Und nun hat es Schweiger schwarz auf weiß: Die Ermittlungen wegen etwaiger Ungereimtheiten bei der Errichtung des Bauhofes und der Kommunalbetriebsgesellschaft wurden von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt eingestellt. Es wird keine Anklage erhoben.

Manfred Schweiger schaltet Anwalt ein 

Schweigers Nacholgerin, die Pottensteiner Bürgermeisterin Eva Baja-Wendl, kommentiert trocken: „Wir haben seitens der Gemeinderäte Pottensteins, auch auf Verlangen der Opposition, bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Wir nehmen die Einstellung des Verfahrens der Staatsanwaltschaft natürlich zur Kenntnis.“ Ähnlich vorsichtig klingen die Worte des geschäftsführenden Gemeinderates Reinhard Datler: „Nachdem Manfred Schweiger die gegen ihn gerichteten Vorwürfe entkräftigen konnte und sich das Gericht für eine Einstellung des Verfahrens entschieden hat, nehme ich das zur Kenntnis.“

Allerdings ist damit die Geschichte nicht beendet, denn Schweiger hat nun seinerseits einen Anwalt eingeschaltet: „Rufmord ist kein Kavaliersdelikt und es wird rechtliche Schritte gegen die handelnden Personen geben.“ Auf die Frage zu seiner Laufbahn bei Frank Stronach: „Ich habe zu Frank und seiner Assistentin Kathrin Nachbaur sowie zu Klubobmann Walter Laki ein sehr gutes Verhältnis. Am meisten freut mich aber, dass mich sehr viele Leute aus allen politischen Lagern gerne wieder als Bürgermeister sehen würden.“

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