Dringliche Probleme in Alland. Gleich zwei Dringlichkeitsanträge standen in der Sitzung zur Diskussion und wurden einstimmig beschlossen.

Von Stephanie Pirkfellner. Erstellt am 29. September 2017 (05:00)
Holzinger. Presse

In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag wurde über zwei bemerkenswerte Punkte abgestimmt, die gar nicht auf der Tagesordnung standen.

VP-Bürgermeister Ludwig Köck stellte aus aktuellem Anlass einen Dringlichkeitsantrag, der eine Bausperre über das gesamte Allander Gemeindegebiet für Mehrparteienhäuser auf kleinstem Baugrund vorsieht. Grundsätzliches Ziel Köcks sei die Erhaltung der Wohnqualität, vor allem im Hinblick auf das Ortsbild und die Bauvolumen sowie die Festlegung von konkreten Bebauungsvorschriften.

Bürgermeister Köck tritt auf Bausünden-Bremse

Dazu legte der Bürgermeister auch gleich einen aktuellen Fall vor: Auf einem 1.323 Quadratmeter großen Grundstück sollen 626 Quadratmeter mit einer sieben Häuser umfassenden Reihenhausanlage und jeweils nur einem Parkplatz verbaut werden.

Als Gartenanteil einer Wohneinheit seien etwa 30 Quadratmeter vorgesehen. Allerdings hätten bereits 91 Anrainer gegen dieses Projekt unterschrieben. Laut Bürgermeister Köck gibt nun die Gemeinde einen Bebauungsplan in Auftrag, um Bausünden dieser Art in Zukunft verhindern zu können und der Baustopp wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Gemeinderat Erwin Dollensky (Liste Alland) stellte ebenfalls einen Dringlichkeitsantrag. Er verlangte eine Resolution an VP-Landeshauptfrau Mikl-Leitner, mit dem Inhalt „Zusagen des Landes Niederösterreich sind einzuhalten – der Lückenschluss beim Helenentalradweg ist endlich umsetzen.“

Projekt läuft seit 20 Jahren

Zur Erklärung: Das Projekt „Helenentalradweg“ läuft nun bereits seit 20 Jahren. In den Gemeindegebieten von Baden und Heiligenkreuz ist das Projekt abgeschlossen, doch auf Allander Gemeindegebiet ist der Lückenschluss zwischen Schwechatbach und Sattelbach noch immer in Schwebe. Zur Umsetzung des Gesamtprojektes wurde eine Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden Baden, Alland und Heiligenkreuz gebildet.

Zwischen den Gemeinden und dem Land Niederösterreich wurde vereinbart, dass das Land zwei Drittel der Kosten übernimmt. Ein Drittel sollten die Gemeinden zu gleichen Teilen tragen.

Die Gemeinden hielten diese Vereinbarungen ein, doch die Landesregierung habe sich bisher nicht an die ursprünglichen Vereinbarungen gehalten und sogar die zugesagten Fördermittel für die letzten Abschnitte gestrichen.

Auch dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen.