Bezirk Baden: Erst zwei sagen klar „Nein“. Die NÖN hat die amtierenden Ortschefs im Bezirk befragt, ob sie noch einmal kandidieren wollen.

Von Andreas Fussi und Judith Jandrinitsch. Erstellt am 17. September 2019 (03:30)
Wodicka; Foto-Montage Alex König
Wodicka; Foto-montage Alex König

Er ist neben Blumas Ortschef Gernot Pauer der einzige Bürgermeister, der bis jetzt klar sagt, dass er nicht mehr antreten wird: der Bürgermeister von Hernstein, Leopold Nebel, ÖVP:

Fussi, Holzinger
Hernsteins Bürgermeister LeopoldNebel.

„Nach 20 Jahren Bürgermeisterlaufbahn ist es Zeit für einen Generationenwechsel. Wir haben diese Übergabe intern bereits vor fünf Jahren ausgemacht und daran halten wir uns auch. Mit Michaela Schneidhofer habe ich eine würdige Nachfolgerin gefunden, die mit viel Engagement und Wissen dieses Amt übernehmen kann. Ich habe wirklich jeden Tag gerne für die Gemeinde gearbeitet und werde auch arbeitsmäßig unseren Vereinen treu bleiben. Ich freue mich aber auch, dass ich dann wieder für meine Familie mehr Zeit haben werde“, sagt Nebel.

„Nach 20 Jahren Bürgermeisterlaufbahn ist es Zeit für einen Generationenwechsel"

Besonders spannend dürfte es in Berndorf werden. Der Berndorfer Bürgermeister Hermann Kozlik gab ja vor Kurzem bekannt, dass er für die SPÖ nicht mehr zur Verfügung steht. Aber viele in der Bevölkerung wünschen sich, wenn Kozlik, der über 17 Jahre ein Garant für Stabilität in der Gemeinde war, wieder als Spitzenkandidat zur Verfügung stünde. Der Further Bürgermeister Alois Riegler, ÖVP, der Hirtenberger Bürgermeister Karl Brandtner, SPÖ, der Weissenbacher Bürgermeister Johann Miedl, ÖVP und der Altenmarkter Bürgermeister Josef Balber, ÖVP, stellen sich wieder der Wahl.

Der Pottensteiner Bürgermeister Daniel Pongratz, SPÖ, der 2018 das Mandat von seiner Vorgängerin Eva Baja-Wendl übernommen hat, steht ebenfalls als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung.

Im Steinfeld werden sich zum ersten Mal die amtierenden Bürgermeister Natascha Matousek in Oberwaltersdorf (ÖVP) und Thomas Jechne (SPÖ) in Mitterndorf der Wahl stellen und versuchen, ihre absolute Mehrheit zu verteidigen. Sehr zum Vorteil von Jechne: Die Bürgerliste „Pro Mitterndorf“ hat vor Kurzem bekannt gegeben, dass sie nicht mehr zur Wahl antreten wird.

Lenger
Gernot Pauer, Bürgermeister Blumau-Neurisshof.

Dafür wird in Oberwaltersdorf erstmals die Bürgerliste „Pro Oberwaltersdorf“ kandidieren. Sprecherin Silvia Gruber-Ohrenberger bezeichnet ihre Listengründung „als Partei aller unzufriedenen Oberwaltersdorfer“ und hat vor allem den Schwerverkehr im Visier.

In Blumau-Neurißhof hat Bürgermeister Gernot Pauer, Parteiunabhängige Liste Gernot Pauer, bereits angekündigt, nicht mehr für das Amt des Ortschefs zur Verfügung zu sehen. Ein Kandidat ist mit seinem Listenkollegen und Vize René Klimes schon gefunden.

Gesucht: VP-Kandidat für Seibersdorf

In Seibersdorf und Deutsch Brodersdorf wird von der ÖVP noch ein Bürgermeisterkandidat gesucht. Sollte keiner gefunden werden, wird Franz Ehrenhofer, ÖVP, noch einmal kandidieren. In den anderen Steinfeld-Gemeinden bewerben sich die regierenden Bürgermeister neuerlich für die Wahl zum Ortschef.

Spannend wird es sicher in Schönau an der Triesting. Dort hält die SPÖ mit Bürgermeisterin Brigitte Lasinger zwölf Mandate und die absolute Mehrheit. Die ÖVP ist mit neun Mandaten im Gemeinderat und will die absolute der SPÖ sprengen. In Ebreichsdorf könnte Wolfgang Kocevar mit seiner SPÖ erstmals die absolute Mehrheit erreichen.

Im Helenental wollen es alle noch einmal wissen

Die drei VP-Bürgermeister des Helenentales, Herbert Lameraner Klausen-Leopoldsdorf, Ludwig Köck Alland und Franz Winter Heiligenkreuz treten wieder zur Wahl an. Von der Kandidatur einer neuen Partei ist derzeit nichts bekannt.

In Traiskirchen steht die Kandidatur von Andreas Babler, SPÖ, als Bürgermeister bereits seit Mai fest. Ob sein Vizebürgermeister Franz Gartner, SPÖ, der im kommenden Jahr immerhin seinen 70. Geburtstag feiern wird, noch einmal als Vize antritt, lässt der erfahrene Lokalpolitiker noch offen. Er meint lapidar: „Wenn mich Bürgermeister Andi Babler braucht, dann werde ich zur Stelle sein. Es ist klar, dass es zu einer Listenneuaufstellung kommen wird, aber wie diese aussieht, werden die entsprechenden Gremien erst entscheiden.“

Im Nachbarort Pfaffstätten ist hingegen schon fix, dass Vizebürgermeisterin Johanna Stadlmann, ÖVP, nicht mehr dem Gemeinderat angehören wird. Sie erklärt: „Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich gerne meine Pension genießen möchte.“

ÖVP-Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Christoph Kainz hingegen bekräftigt: „Ja, ich trete wieder an. Ich fühle mich überhaupt nicht amtsmüde, im Gegenteil. Wir haben in den vergangenen Jahren so viele Projekte für Pfaffstätten auf Schiene gebracht, das will ich unbedingt zu Ende führen.“

NOEN
Plakat der Bürgerliste gegen Helga Krismer, die es gelassen nimmt: „Wichtige Leute werden karikiert.“

In Baden wird sich erstmals der amtierende Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) bei einer Gemeinderatswahl beweisen müssen. Er hat während der laufenden Periode seinen Vorgänger Kurt Staska als Stadtchef abgelöst. Bis zuletzt koaliert die ÖVP in Baden mit den Grünen, die wieder mit Vizebürgermeisterin Helga Krismer antreten wird und mit Helmut Hofer-Gruber (NEOS) als Zünglein an der Waage. Ob die Liste „wir badener“ von Jowi Trenner wieder mit dem ehemaligen ÖVP-Bürgermeister und nunmehrigen Bürgerlisten-Stadtrat August Breininger antritt, ist unwahrscheinlich. Bei der Feier zu seinem 75er hat Breininger anklingen lassen, nach 42 Jahren Lokalpolitik keine weiteren Jahre anhängen zu wollen.

Umfrage beendet

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