ÖVP & SPÖ treten im Bezirk Baden überall an. In der Vorwoche mussten die Listen mit den Kandidaten abgegeben werden. Die NÖN schaut, wo es spannend werden könnte.

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Seit 18. Dezember steht fest, welche Listen und Kandidaten an der Gemeinderatswahl am 26. Jänner teilnehmen. Nur die ÖVP und die SPÖ werden in allen 30 Gemeinden des Bezirks Baden antreten. Die FPÖ ist in 22 von 30 Gemeinden vertreten, das sind drei mehr als zuletzt. Neu dazugekommen sind Teesdorf, Heiligenkreuz und Sooß, verloren haben die Blauen Hernstein.

Sieben Listen treten in der Stadt Baden an

In Baden mischen sieben Listenbei der Wahl mit – neben den bereits im Gemeinderat befindlichen ÖVP, Grünen, NEOS, SPÖ, „Wir badener“ und FPÖ tritt erstmals auch die Liste „Unser Baden bis 2025 # meszaros“ an, mit Spitzenkandidat Marcus Meszaros-Bartak, ehemaliger SPÖ- und nunmehr fraktionsloser Gemeinderat. Für ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek ist es die erste Wahl. Er übernahm erst vor zwei Jahren mitten in der laufenden Periode das Amt von Vorgänger Kurt Staska. Szirucsek setzt auf eine Mischung von Fixplatzierten und Vorzugsstimmen-Plätzen. „Damit geben wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit ihr Team für Baden selbst zu bestimmen“, betont Stefan Szirucsek.

Spannend werden die Gemeinderatswahlen auch in der Stadtgemeinde Berndorf, wo der bisherige SPÖ-Langzeitbürgermeister Hermann Kozlik mit der „Liste Zukunft Berndorf“ antreten wird. Dieser Schritt könnte die Karten in der Krupp-Metropole komplett neu mischen. Der neuen Liste gegenüber steht die bislang regierende SPÖ mit Vizebürgermeister Kurt Adler an der Spitze. Die ÖVP „Wir für Berndorf“ wird wieder mit Stadtrat Franz Rumpler an vorderster Front vertreten sein. Von den Freiheitlichen steht Stadtrat Gerhard Ullrich an der Spitze, bei der UBV wird der Vorzugsstimmenstärkste Listenerster werden.

Die Marktgemeinde Pottenstein könnte auch interessant werden. In der Mitte der Legislaturperiode gab es einen Bürgermeisterwechsel von Eva Baja Wendl zu Daniel Pongratz für die SPÖ.

In der Marktgemeinde Hernstein wird Bürgermeister Leopold Nebel (ÖVP) nicht mehr zur Wahl antreten, statt dessen Vizebürgermeisterin Michaela Schneidhofer.

Eine der SPÖ-Hochburgen im Bezirk, die Stadt Traiskirchen, verteidigt Bürgermeister Andreas Babler. Seine Mitbewerber sind die FPÖ, Grüne und erstmalig die NEOS. Die ÖVP geht mit dem neuen Spitzenkandidaten Maximilian Aigner ins Rennen, der ein komplett neues Team aufbietet. Allerdings kommt bei der ÖVP ein interner Zwist mit den jetzigen im Gemeinderat vertretenen Mandataren hinzu, der einen Neustart für Aigner und seine Mitstreiter erschwert.

Sorgenfrei kann auch Pfaffstättens Langzeitbürgermeister Christoph Kainz, ÖVP, der Wahl entgegensehen. Für ihn rührt sogar ein Personenkomitee die Werbetrommel. Spannend könnte die Wahl in der Stadtgemeinde Bad Vöslau ausgehen. Neben der Liste Flammer – sie stellt mit Christoph Prinz den Bürgermeister – und der ÖVP, SPÖ, FPÖ und den Grünen haben auch die NEOS die notwendigen Unterstützungen erhalten und stellen sich erstmals der Wahl. Durch ein Antreten der NEOS und die Tatsache, dass der Anteil der Erstwähler steigt, könnte die Zusammensetzung im Stadt- und Gemeinderat nach dem 26. Jänner eine andere als bisher sein. Die NEOS könnten hier das Zünglein an der Waage sein. (Noch) nicht bei kommenden Wahl antreten möchte die Liste Bad Vöslau – Vereinigte Bürgerlisten. Man wird aber die Oppositionsparteien im Wahlkampf tatkräftig und auch personell unterstützen.

Spannend könnte es auch in der der Marktgemeinde Sooß werden. Dort tritt erstmals die FPÖ mit einer eigenen Liste an. Auch hier könnte es beim derzeitigen Mandatsstand eine Verschiebung geben. Der bisherige Vizebürgermeister Peter Koternetz von der Bürgerliste proSooss scheidet aus dem Amt und dem Gemeinderat aus privaten Gründen aus und übergibt nach dieser Legislaturperiode an den geschäftsführenden Gemeinderat Andreas Klement, der auch Vorsitzender des Bauausschusses ist. In beiden Gemeinden wollen die jeweiligen Parteien, die nicht den Bürgermeister stellen, kräftig am Sessel rütteln und die bisherigen politischen Kräfteverhältnisse ändern.

In Klausen-Leopoldsdorf feierte ÖVP-Bürgermeister Herbert Lameraner im September nicht nur seinen 70. Geburtstag, sondern auch sein 30-jähriges Bürgermeisterjubiläum. Lameraner tritt wieder als Spitzenkandidat an.

In Alland haben die Bürger zum allerersten Mal die Möglichkeit, die ÖVP-Vertreter mit einer Vorzugsstimme direkt zu wählen. FPÖ-Kandidat Wolfgang Wittmer findet, dass der Gemeinderat zu sehr von der ÖVP dominiert werde. Seine Themen sind folglich: „Im speziellen geht es mir um Lärmschutz und Kontrolle der Macht“, sagt er.

Interessant zu beobachten wird auch der Wahlausgang in Ebreichsdorf sein. Die SPÖ darf nicht zuletzt durch den Wechsel von Bürgerlisten-Stadtrat Derinyol zur SPÖ auf einen Stimmenzuwachs hoffen.

In Oberwaltersdorf blickt ÖVP-Bürgermeisterin Natascha Matousek zuversichtlich in die Wahl. Allerdings treten mit der Bürgerliste und den NEOS zwei neue Gruppierungen an.

Einen Überblick über die Spitzenkandidaten aller Parteien findet ihr in der Printausgabe und im ePaper

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