Grüne: Finanzreferent auf Kampfmandat. Martina Nouira-Weissenböck und Birgit Astl-Kurz in der Kandidatenliste vor Gemeinderat Andreas Parrer.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 27. November 2014 (05:17)
Gemeinderat Andreas Parrer, Vorsitzender des Finanzausschusses, geht als Nummer 7 der Grünen Liste in die Gemeinderatswahl.
NOEN, Grüne

Zwei politisch interessierte Unternehmerinnen wollen für die Grünen in den Gemeinderat einziehen. Als Nummer drei und sechs ist das für Martina Nouira-Weissenböck und Birgit Astl-Kurz auch ein durchaus realistisches Ziel. Schwierig wird es hingegen für Gemeinderat Andreas Parrer, derzeit Vorsitzender des Finanzausschusses der Stadt.

Er geht nämlich auf Platz sieben ins Rennen. Bei fünf Mandaten halten die Grünen derzeit. „Das sechste haben wir 2010 nur um ein paar Stimmen verfehlt. Ich gehe davon aus, dass wir das auf jeden Fall dazugewinnen“, ist Vizebürgermeisterin und Grünen-Chefin Helga Krismer optimistisch. Eine Reihung der Kandidaten nach Vorzugsstimmen – wie es ÖVP und Bürgerliste „wir badener“ praktizieren – werde es bei den Grünen nicht geben. „Ich bin der Meinung, dass der Wähler eine klare Information bekommen soll, wer nach der Wahl Verantwortung übernehmen wird“, begründet Krismer. Und Verantwortung übernehmen – sprich Teil der Stadtregierung sein – wolle sie auf jeden Fall wieder.

Nouira-Weissenböck bringt einschlägige Erfahrung mit. Sie war für das Liberale Forum auf Bundesebene in der Wahlkampf-Organisation tätig. „Ich bin seit meinem 19. Lebensjahr politisch interessiert und will mich lieber aktiv einbringen, als aus der zweiten Reihe zu unken“, meint die dreifache Mutter. Vor allem zur Belebung der Wirtschaft sei mehr Engagement nötig. „Ich will nicht in einigen Jahren in einem toten Stadtkern leben“, sagt die Besitzerin einer Modeboutique.

Verkehr, Integration und Generationen als Thema

Ebenso wie Birgit Astl-Kurz sehe sie die Grünen als einzige Anlaufstelle. Die ÖVP sei auch für sie als Unternehmerin als „Partei der starren Männer“ keine Option. Astl-Kurz bekräftigt: „Mit gesellschaftspolitischen Ansätzen der Volkspartei, wie etwa der Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, kann ich einfach nicht.“ Die aus einer burgenländischen VP-nahen Familie stammende Betreiberin einer PR-Agentur ist mit ihrer Familie aus Wien nach Baden übersiedelt, weil sie die hohe Lebensqualität schätze. Trotzdem sehe sie Verbesserungspotenzial: „Etwa bei der Verkehrspolitik, bei Integration oder dem Zusammeleben von Jung und Alt in der Stadt.“

Andreas Parrer sieht sich „auf dem genau richtigen Platz.“ Er wolle gern wieder Teil einer schwarz-grünen Koalition sein, aber nur als gestärkter Partner: „Wenn es uns nicht gelingt, das siebente Mandat zu machen, halte ich es für besser, neuen Kräften das Feld zu räumen.“