Immer mehr Raddiebe im Bezirk. Innenminister Sobotka freut sich, dass der Bezirk Baden bei der Aktion „Gemeinsam Sicher“ führend ist. Er zog Bilanz.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 11. Oktober 2017 (04:55)
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Innenminister Wolfgang Sobotka im Gespräch mit Redaktionsleiter Andreas Fussi.
Nehammer

Innenminister Wolfgang Sobotka, VP-Spitzenkandidat für Niederösterreich, freute sich bei seinem Besuch der NÖN-Redaktion in Baden über den bisherigen Erfolg seiner Initiative „Gemeinsam.Sicher“, die den Sicherheitsdialog zwischen Bürgern, Gemeinden und Polizei fördert und koordiniert.

Österreichweit sind es bislang über 500 Sicherheitspartnerschaften. Sobotka würdigt den Bezirk Baden, wo in 22 von 30 Gemeinden bereits Sicherheitsgemeinderäte installiert worden sind. „Es ist mir wesentlich, das Thema Sicherheit organisatorisch und inhaltlich in der Bürgergesellschaft zu verorten.“

Anrainer werden als „offenes Auge“ benötigt

Die Sicherheitspartnerschaft sei „ein wesentlicher Bestandteil der Polizeiarbeit“. Habe man vor 20 Jahren noch auf polizeiliche Infos und Präventionsvorschläge gesetzt, so würden nun die Bürger mit einbezogen werden, „um die Lücken besser in den Griff zu bekommen“: Man benötige etwa „Anrainer als offenes Auge“ sowie Einrichtungen der Gemeinde wie Sozialarbeiter, „um Konflikte vor dem Entstehen zu lösen“.

Als Beispiel nennt Sobotka etwa den Badener Bahnhof, dessen Attraktivität als WLAN-Hotspot zwielichtige Gestalten anlocke. Die Zivilgesellschaft müsse den Platz wieder einnehmen, so der Minister. „Wir müssen die Plätze für die Gesellschaft zurückgewinnen.“ Verstärkte Polizeistreifen würden kaum helfen, um das ungute Gefühl so mancher Fahrgäste zurückzudrängen.

„Das kann nur gemeinsam gehen.“ So schlägt Sobotka vor, dass etwa die ÖBB „mehr Veranstaltungen über den Tag hinaus“ am Bahnhof machen.

Ein gutes Beispiel sei Graz, wo bei einem von Drogendealern frequentierten Park eine neue Beleuchtung eingebaut wurde, die bei Bedarf, etwa einem Polizeizugriff, aktiviert werde und für einen ausgeleuchteten Platz sorge. Außerdem werde der Park jetzt regelmäßig gesäubert, was auch zur Sicherheit beitrage.

Mit Sicherheitslage sehr zufrieden

Mit der Sicherheitslage in der Stadt und im Bezirk Baden ist Sobotka generell sehr zufrieden. Ausreißer war das Jahr 2015 mit einer hohen Zahl an Gewaltdelikten, hervorgerufen durch vermehrten Raufhandel in der damals übervollen Betreuungsstelle in Traiskirchen.

Aktuell erfreulich sei die Entwicklung bei den Einbrüchen, „dafür nehmen die Fahrraddiebstähle in Kellern zu.“ Das sei auch ein Thema für „Gemeinsam.Sicher“. Von Jänner bis Juni wurden 330 Fahrräder im Bezirk gestohlen, das ist eine Zunahme um 130 Stück zum Vergleichszeitraum im Vorjahr.

Erfreulich sei auch die zurückgehende Entwicklung bei den Suchtgiftdelikten im Bezirk. Gestiegen seien hingehen die Fälle von Sachbeschädigungen, „aber nicht besorgniserregend“, so Sobotka. Mehr geworden seien die Ladendiebstähle. Bei Anzeigen nach dem Fremdenpolizeigesetz gebe es Rückgänge, allerdings seien Fälle von Urkunden-Unterdrückung gestiegen.