Volksschule statt Parkhaus in Bad Vöslau

Erstellt am 11. März 2022 | 05:54
Lesezeit: 4 Min
Der Ausbau der Volksschule Bad Vöslau steht nun an oberster Stelle.
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Ein Parkhaus neben dem Schlosspark wäre der ursprüngliche Plan für die nächste große Investition der Stadtgemeinde gewesen. Dieses Projekt der Liste Flammer erhielt aber scharfe Kritik von der Opposition. Währenddessen herrscht in den Schulen und Kindergärten der Stadt massiver Platzmangel.

Deshalb wurde nun das Projekt „Parkdeck“ zeitlich etwas nach hinten verschoben und statt dessen der Ausbau der Volksschule priorisiert.

„Wir haben die Projekte genau analysiert, der aktuellen Situation angepasst und werden alle Projekte wie versprochen umsetzen – wenn vielleicht auch etwas später als vor zwei Jahren gewollt“, sagt Finanzstadtrat und Vizebürgermeister Thomas Mehlstaub (Liste).

Schulstadtrat Wolfgang Reiterer (SPÖ) erklärt: „Bei der letzten Gemeinderatssitzung haben wir seitens der SPÖ einen Dringlichkeitsantrag zum Ausbau der Volksschule eingereicht. Dieser wurde zwar entgegengenommen, aber nie umgesetzt. Deshalb freut es uns sehr, dass in der Liste Flammer ein Umdenken stattgefunden hat und der Ausbau nun doch schon jetzt stattfindet.“ Auch Peter Gerstner (FPÖ) sieht die Entscheidung als den richtigen Weg: „Kinder sind unsere Zukunft. Es ist wichtig, dass sie in ordentlichen Räumen lernen können.“

Widerstand der Grünen habe sich ausgezahlt

Eva Mückstein (Grüne) konstatiert: „Wir haben monatelang Widerstand geleistet. Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, die Investition in Kinder und Zukunft ist extrem wichtig.“ Karl Lielacher (ÖVP) begrüßt ebenso die Entscheidung: „Die Kinder müssen Priorität haben, ihre Ausbildung ist grundlegend wichtig.“ Der Plan der ausgebauten Volksschule umfasst zwei neue Räume für die Nachmittagsbetreuung neben dem Hauptgebäude und zusätzliche Klassenräume, um sich an die steigende Einwohnerzahl und damit auch die erhöhte Anzahl an Schulkindern anzupassen.

Ein zweiter Turnsaal und ein überdachter Außenbereich sollen auch die sportlichen Aktivitäten im Turnunterricht beziehungsweise während der Pausen oder in der Nachmittagsbetreuung fördern. Für einen barrierefreien Zugang sorgt ein Aufzug.

Das gesamte Gebäude wird wärmetechnisch saniert und teilweise mit einer begrünten Fassade versehen.

Den Planungswettbewerb hat ein auf den Schulbau spezialisiertes, renommiertes Architektenbüro aus Wien gewonnen. Diese Firma wird mit der Detailplanung beauftragt, damit nach der einjährigen Planungsphase mit dem Zubau gestartet werden kann. Somit werden in den nächsten Jahren rund sechs Millionen Euro allein in die Volksschule Bad Vöslau investiert.

Sozialstadträtin Anita Tretthann (Liste) betont dazu: „Für mich zählen Kinder und Bildung zu den verantwortungsvollsten Aufgaben in der Politik. Transparente Kommunikation, Überdenken wertvoller Inputs der anderen Fraktionen und gute Finanzpolitik sind für mich der Weg zu einer stimmigen Projektrealisierung.“

Auch Marcus Mann (NEOS) schätzt die Zusammenarbeit: „Wir sind froh, dass unsere Bedenken gehört wurden, da die Bildung unserer Kinder an erster Stelle stehen muss. Die aktuelle Situation zeigt, dass es oft mehr Wirkung hat, sich auszutauschen, gemeinsam zu evaluieren und auf die andere Sichtweise einzugehen.“

Bürgermeister Christoph Prinz fasst die Situation so zusammen: „Gemeinsam mit allen Fraktionen für unsere Heimatstadt zu arbeiten ist unsere Devise. Es freut mich, dass die Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Stadträten gut funktioniert. Schließlich wollen wir alle nur das beste für unsere Kinder in den Schulen, die Kultur im Schloss Gainfarn und für unser attraktives Zentrum!“

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