Bezirk Baden: Pflegerin bestahl hilfloses Opfer. Frau stahl Wertsachen in Höhe von 900.000 Euro, aber Komplizen fanden Weg nicht.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. September 2021 (12:30)
Gericht Symbolbild
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Von Zolnierek, Shutterstock.com

Eine 24-Stunden-Pflegerin stand am Montag vor Gericht, weil sie ihr hilfloses Opfer bestehlen wollte. Die Rumänin, 32, entwendete einer 93-jährigen bettlägrigen und dementen Frau Bargeld, Silber- und Goldmünzen und Goldbarren im Wert von über 934.000 Euro.

Dass es nur beim Versuch geblieben ist, lag am leeren Akku des Handys des Zweitangeklagten, 26, der deshalb nicht rechtzeitig den Weg zum Haus finden konnte. Die Beute in der Sporttasche, die die junge Frau zwischen den Mülltonnen deponiert hatte, fanden Nachbarn und riefen die Polizei...

Während sich der verhinderte Geldbote „nicht schuldig“ bekannte, gestand die junge Frau ihre Tat. Sie gab an, dass sie in Rumänien drei Kinder habe, davon zwei behindert, und sich für eine Operation bei ihrer Cousine 3.500 Euro leihen musste. Als sie es nicht zurückzahlen konnte, setzten die Cousine und deren Mann sie unter Druck, doch Wertgegenstände bei ihren Patienten zu stehlen.

Im Keller habe sie sechs Kassetten mit Münzen und Goldbarren gefunden. Daraufhin habe sich der Mann der Cousine aufgemacht, um das Geld gemeinsam mit dem Zweitangeklagten abzuholen. Sie hätte durch den Diebstahl ihre Schulden beglichen und 50.000 Euro Anteil an der Beute bekommen. „Für meine Kinder!“ Darauf die Richterin: „Indem Sie eine hilflose Frau bestehlen, deren Pflegerin Sie waren?“

Die Urteile: Die Erstangeklagte bekam 3 Jahre Freiheitsstrafe, der Zweitangeklagte 3 Jahre und 4 Monate – nicht rechtskräftig.