Hirtenberger Gefängniszelle als Drogen-Büro

Erstellt am 22. September 2022 | 05:42
Lesezeit: 3 Min
Drogen Gefängnis Häftling Drogenschmuggel
Symbolbild
Foto: shutterstock.com/OneSideProFoto
Häftling hat Übergabe großer Mengen Drogen vom Gefängnis aus organisiert – 14 Jahre (nicht rechtmäßig).
Werbung

Der Angeklagte soll, teilweise nur als Mittäter, gewerbsmäßig mehr als 700 Kilogramm Cannabiskraut & Cannabisharz, mehr als 49 Kilogramm Kokain, über drei Kilogramm Heroin, Speed und Ecstasy-Tabletten anderen verschafft bzw. zur Überlassung durch andere Mitglieder der Wiener kriminellen Vereinigung beigetragen haben. Das tat er, indem er überwiegend die Übergabe des Suchtgiftes per Chat selbst organisierte sowie durchgehend als Buchhalter der Vereinigung fungierte und in die Suchtgiftgeschäfte eingebunden war, so die Anklage.

Pikantes Detail am Rande: Der Mann sitzt seit geraumer Zeit eine Strafe in der Justizanstalt Hirtenberg ab und hat seine Geschäfte aus dem Gefängnis getätigt. Die Richterin: „Sie sitzen derzeit eine Strafe wegen Suchtgifthandels ab und haben einfach weiter gemacht? Der Angeklagte: „Ja, so ähnlich.“

Das war allerdings der einzige Satz, den der Mann im Prozess von sich gab. Sein Verteidiger erklärte, dass er „aus Gründen seiner Sicherheit“ nichts sagen werde. Eine Polizistin schilderte dann, dass sie die Chats aus der „Operation Achilles“ auf den verschlüsselten Handys des Serben ausgewertet habe. „Er war Mitglied der Vereinigung und hat mit einem Mittäter übers Handy kommuniziert und die Geschäfte abgewickelt.“ Man habe Listen bei ihm im Haftraum gefunden, die mit Namen der Abnehmer übereinstimmten und „er gab auch Anweisungen, an wen, was, um welchen Preis zu übergeben ist. Wir haben Notizen ab Anfang 2021 bis Juni.“ Die verteilten Mengen, seien „definitiv außergewöhnlich groß gewesen“, alleine über 200 Kilogramm Cannabis in dem halben Jahr. Beim Kokain habe er meist Mengen unter einem halben Kilogramm verteilt.

Ein weiterer Zeuge bestätigte, dass er den Serben kenne und bei ihm Cannabis und Kokain bestellt habe. „Das Geld dafür wurde auf sein Konto eingezahlt.“ Der Zeuge hat bei der Polizei angegeben, dass der Serbe die Finanzen der Organisation macht. Vor Gericht erklärte er, dass er sich aufgrund des hohen Drogenkonsums nicht mehr erinnern könne.

Der Angeklagte wurde – nicht rechtskräftig – zu 14 Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurden 20.000 Euro, die er aus Drogenverkäufen hat, für verfallen erklärt.

Werbung