Ein Näschen für Covid-19 aus Kottingbrunn

Kottingbrunner Firma entwickelte ein innovatives Messverfahren, um Corona-Infektionen zu entdecken. Einsatz an Schulen wird erforscht.

Erstellt am 26. November 2021 | 05:34
Ein Näschen für Covid-19
Genius5-Direktor Gerhard Kahr führt seinen Geruchstester vor. Die Bedienung erfolgt per Touchscreen. Aus dem Metall-Röhrchen strömt der ausgewählte Geruch. Ergebnisse werden aufgezeichnet und verglichen.
 
Foto: Steiner

Eine plötzliche Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns ist ein häufig auftretendes Symptom bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus.
Dieser mittlerweile gut belegte Befund weckte 2020 das Interesse des Kottingbrunners Gerhard Kahr. Mit seiner Firma Genius5-Instruments entwickelte er einen Geruchstester, der Covid-19-Infektionen erkennen soll. Das Gerät gibt einen von drei Gerüchen in einen Luftstrom ab. Zitrone, Kirsche und Eukalyptus erwiesen sich als besonders geeignet.

Wird der Geruch von der Testperson in einer messbaren Reaktionszeit erkannt, gilt der Test als positiv abgeschlossen. In der Regel dauert ein solcher Testlauf 25 Sekunden pro Person. Schlägt die Erkennung eines Geruchs fehl, wird mit den anderen nachgetestet. Es könnte sich um ein Symptom einer unentdeckten Covid-19-Erkrankung handeln. Gewissheit bringt letztlich ein anschließender PCR-Test. In den letzten fünf Monaten widmeten sich Kahr und begleitende Forschungsteams einer Studie an der Volksschule Kottingbrunn.

Kahr sieht in seinem Geruchstester eine günstigere, schnellere und spielerische Alternative zu regelmäßigen Antigen-Tests an Schulen. Schnuppern statt Nasebohren, so die Devise.

„Die Stärke des Geruchstesters liegt im Erkennen der gesunden Kinder. Diese Annahme ist nach fünf Monaten bestens belegt“ Gerhard Kahr

Teilnehmende Schüler erhielten zunächst Probefläschen, um die Gerüche zu erlernen. Vor Unterrichtsbeginn wurde dann an Schuleingängen regelmäßig mit dem Gerät getestet. Als Kontrolle dienten die wöchentlichen PCR-Tests. „Die Stärke des Geruchstesters liegt im Erkennen der gesunden Kinder. Diese Annahme ist nach fünf Monaten bestens belegt“, erklärt Kahr.

Um die genaue Trefferquote bei Erkrankten bestimmen zu können, braucht es weitere Daten. Daher plant Kahr, den Geruchstester bis zum nächsten Winter an weiteren Schulen zu erproben. Dann schon könnte die Erfindung dabei helfen, Cluster frühzeitig zu entdecken.