Wird Ebreichsdorf jetzt „Rot-Grün?“. Ende Februar soll entschieden werden, wer die Stadt regieren wird. Vorausgesetzt, es gibt keine Neuwahlen.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 11. Februar 2020 (04:00)
Maria Theresia Melchior verlangt vor einer endgültigen Entscheidung die Aufklärung der „Stimmzettel-Affäre“.
Thomas Lenger

Während in allen Gemeinden des Einzugsgebietes die künftigen Bürgermeister aufgrund der absoluten Mehrheiten bereits so gut wie feststehen, muss in Ebreichsdorf neben der Bewältigung der „Stimmzettel-Affäre“ auch eine tragfähige Mehrheit für die Zukunft der Stadt gesucht werden.

Daher wird hinter den Kulissen eifrig an verschiedenen Varianten einer künftigen Koalition gebastelt.

Da zwar die SPÖ mit 16 Mandaten klar die stärkste Kraft im Gemeinderat ist und die Zweitstärksten, die ÖVP und die Bürgerliste mit je 11 Mandaten dahinter liegen, könnte die SPÖ mit Bürgermeister Wolfgang Kocevar einen klaren Auftrag zum Weiterregieren ableiten.

Um aber tatsächlich die kommenden fünf Jahre als Bürgermeister der Stadtgemeinde Ebreichsdorf im Amt zu bleiben, braucht er zumindest einen weiteren Verbündeten im Gemeinderat, der ihn zum Bürgermeister wählt. Die Variante, dass alle anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien (ÖVP 5, BL 5, FPÖ 4, Grüne 2 und Neos 1) mit ihren 17 Stimmen einen Alternativkandidaten aus ihren Reihen wählen, ist so gut wie vom Tisch. Es soll zwar Gespräche gegeben haben, aber dabei dürfte es nicht gelungen sein, alle Fraktionen an einen Tisch zu bekommen.

Die Gerüchte verdichten sich zunehmend

Daher verdichten sich nun die Gerüchte, dass SPÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Kocevar mit den Grünen bereits eine Einigung über eine Zusammenarbeit abgeschlossen habe. Die Spitzenkandidaten der Grünen, Maria Theresia Melchior, wollte eine Einigung nicht bestätigen, spricht aber davon „dass sich die Gerüchte um eine Zusammenarbeit verdichten.“

Melchior fordert aber eine lückenlose Aufklärung der „Stimmzettel-Affäre“, doch die Wahl selbst wollen die Grünen nicht anfechten. „Unsere Themen bleiben natürlich unsere Themen“, stellt die Grüne Spitzenkandidatin und wahrscheinlich zukünftige Umweltstadträtin klar, dass für sie eine rasche Umwidmung der ehemaligen „Schafflerhof-Gründe“ auch im Falle einer Zusammenarbeit mit der SPÖ nicht in Frage komme.

Entscheidung für Ende dieses Monats geplant

Ende Februar soll es dann, vorausgesetzt die Wahl wird wegen der „Stimmzettel-Affäre“ nicht ganz oder Sprengelweise aufgehoben, eine konstituierende Sitzung mit der Bürgermeisterwahl geben.

Ob dann nur die SPÖ und die Grünen Kocevar zum neuen und alten Ortschef küren, oder ob man sich noch mit der ÖVP als zweitem Partner eine breite Mehrheit sichert, ist derzeit noch offen.