Cross over Competition der Stadt Baden. Junge Sängerinnen und Sänger können in den Sparten Oper, Operette, Musical und Wienerlied ihr Talent zeigen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 22. Juli 2021 (04:36)
„Es geht um das Gehörtwerden“
Jandrinitsch

Daniela Fally, Sängerin an der Wiener Staatsoper, ist heute Teil der Jury des 11. Internationalen Heinrich Strecker Gesangswettbewerbs, der unter dem Titel „Cross over Competition der Stadt Baden“ firmiert.

2001 belegte sie den zweiten Platz, heute sitzt sie in der Jury und bestätigt damit die Worte von Kulturpreisträger Herbert Fischerauer: „Es ist nicht entscheidend, den Bewerb zu gewinnen, aber er ist eine einmalige Chance, sich einer hochkarätig besetzten Jury zu präsentieren.“

Sich und ihr gesangliches Können zu zeigen, diese Möglichkeit hatten junge Sängerinnen und Sänger Pandemie-bedingt eben nicht. Die Vorausscheidung zu dem Bewerb fand online statt, 71 Damen und 24 Herren aus 24 Nationen qualifizierten sich für die Vorausscheidung im Theater am Steg, das öffentliche Semifinale findet in dieser Bühne am 21. September statt. Das finale Gala-Konzert geht am 23. September im Festsaal des Congress Centers Baden über die Bühne.

Professor Manfred Schiebel unterrichtet an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Er versucht, seinen Studierenden schon früh klar zu machen, „dass es nicht so wie früher reicht, sich auf die Bühne zu stellen und zu singen. Der jeweilige künstlerische Ausdruck je nach Musiksparte ist wesentlich.“ So sei die Interpretation beim Wienerlied besonders wichtig. Und das Wienerlied ist heuer erstmals auch eine eigene Sparte, die gemeinsam mit einer zweiten Musikgattung gewählt werden kann. „Die ganze Palette des Musiktheaters zu beherrschen ist eine große Herausforderung für junge Künstler. Es gibt keine starren Genres mehr, die Oper hat einen Popularisierungsschub erfahren, die Ausbildung ist Genreübergreifend. Da hat sich in den letzten Jahren doch viel getan.“

Als „vermischtes Genrekind“ bezeichnet sich auch Daniela Fally, die sich seit Kurzem auch Kammersängerin nennen darf. Sie sagt: „Man muss alles beherrschen, auch das Entertainment. Wenn ich das nicht bringen kann, habe ich ein Problem.“ Fally wird Herbert Fischerauer bei der Organisation unterstützen. Sie merkt an: „Es ist eine große Ehre, hier Mitarbeiten zu dürfen. Die Frage, wie man in den Beruf einsteigt, beschäftigt mich stark. Das geschieht heute fast nur mehr über Wettbewerbe. Deshalb liegen mir die internationalen und nationalen Nachwuchskünstler sehr am Herzen, denn bei der ‚Cross over Competition‘ haben sie die einmalige Chance, von sehr einflussreichen Leuten gehört zu werden.“