Baden: Erstes Jahr als Welterbe

Erstellt am 27. Juli 2022 | 05:46
Lesezeit: 4 Min
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Badens Welterbe-Beauftragter Hans Hornyik, Site-Managerin Alexandra Harrer und Stadtchef Stefan Szirucsek wissen: „Welterbe ist das, was wir daraus machen!“ Foto: Fussi
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Baden startet in die Umsetzung. Präsentation der Site-Managerin.
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Fast genau ein Jahr ist es her, als Baden bei Wien am 24. Juli 2021 als Teil der transnationalen, seriellen Bewerbung als „Great Spa Towns of Europe“ in die Liste des UNESCO Welterbes aufgenommen wurde.

Die Freude darüber war riesig. Denn gemeinsam mit zehn weiteren herausragenden Kurorten aus sieben Nationen (Belgien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Tschechien) zählt Baden laut Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, nun offiziell „zu den mondänsten, dynamischsten und internationalsten Kurstädten, die das europäische Kurphänomen (Blütezeit von 1700 bis in die 1930er Jahre) maßgeblich geprägt haben“.

Passend zum einjährigen Jubiläum stellten Szirucsek und Badens Welterbebeauftragter Stadtrat Hans Hornyik (ÖVP) die Spezialistin für Architekturgeschichte und Denkmalpflege Alexandra Harrer als Local Site- Managerin vor. Diese Position sei so besetzt worden, wie es der im Dezember 2018 vom Gemeinderat beschlossene Management Plan vorsieht. Nach einer Ausschreibung und einem Expertenhearing wurde Harrer bestellt, die sich fortan um die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen zum Schutz, der Erhaltung und Vermittlung des Welterbes kümmert.

Harrer hat an Tsinghua Universität gelehrt

Harrer hat in Europa, Amerika und Asien studiert und zuletzt 10 Jahre in China verbracht, wo sie an der führenden technischen Universität (Tsinghua University) unterrichtete. Daneben hat sie im Kaiserpalast der Verbotenen Stadt in Beijing gearbeitet, Chinas größter und bestens erhaltener Palastanlage und seit 1987 ein UNESCO-Welterbe Vorzeigeprojekt. Dennoch ist sie bestens mit Baden vertraut.

Nicht zuletzt hat sie als gebürtige Wienerin und wohnhaft im Bezirk Mödling, viele schöne Kindheitserinnerungen an Familienspaziergänge im idyllischen Doblhoffpark. „Nach all den Jahren im Ausland empfinde ich die neue Position wie das Gefühl des Heimkehrens an einen besonderen Ort, der seine Geschichte bewusst (er)lebt und dennoch am Puls der Zeit ist“. Baden gefalle ihr doppelt so gut, vor allem sei die Luft um ein Vielfaches besser als im Smog-umgebenen Peking, wo man auch vor Corona Maske tragen musste.

„Nach all den Jahren im Ausland empfinde ich die neue Position wie das Gefühl des Heimkehrens an einen besonderen Ort, der seine Geschichte bewusst (er)lebt und dennoch am Puls der Zeit ist“
Alexandra Harrer

Ihre Tätigkeit in Baden empfinde sie als „große Herausforderung“ – „es gibt nicht eine Lösung, sondern sie ist vielschichtig.“ Der Weg sei vorgegeben, man müsse das Rad nicht neu erfinden. Hornyik selbst könne sich seit der Bestellung von Harrer wieder mehr um die Forschung kümmern und habe „mehr Zeit für internationale Partnerschaften“. So war er zuletzt in Herculesbad in Rumänien.

Die Stadtgemeinde Baden habe drei wichtige Projekte zum Schutz und Erhalt des Welterbes verwirklicht, die dank des neuen UNESCO-Titels verstärkt durch Bund und Land gefördert werden: Der untere Teil des Kurparks wurde entwässert sowie Bühnenbereich, Hauptfassade und Teile des Zuschauerbereichs der Sommerarena renoviert. Der Musikpavillon erstrahlt in neuem Glanz, wobei auch die historischen Schiebefenster – eine echte Rarität, die NÖN berichtete – revitalisiert wurden. Man habe dafür bei den Förderungen das Maximum herausgeholt. Das nächste Sanierungsprojekt betrifft den Undine-Brunnen.

Baden habe die neuen Chancen genutzt, die sich durch die internationale Städtevereinigung eröffnet haben, meint Szirucsek. Um das gemeinsame Auftreten in Zukunft zu optimieren und das eigenständige Handeln als juristische Person zu ermöglichen, wurden die „Great Spa Towns of Europe“ zusätzlich zum Verein nach österreichischem Recht, mit Szirucsek als Vereinspräsident. In dieser Funktion sei „viel diplomatisches Fingerspitzegefühl nötig“, weiß er.

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