Großbrand wütete in Innenstadt von Baden. Mitten in der historischen Altstadt von Baden haben Einsatzkräfte in der Nacht auf Montag mit einem verheerenden Großbrand gekämpft.

Erstellt am 02. Juli 2012 (11:15)
NOEN, ANDREAS PESSENLEHNER
Fast sechs Stunden lang haben in der Nacht auf Montag 270 Mann von 17 Feuerwehren einen Großbrand in der Innenstadt von Baden bei Wien bekämpft. Sechs Dachstühle mehrgeschoßiger Wohnhäuser wurden ein Raub der Flammen. Elf Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen, vier Helfer der Löschtrupps wurden ebenfalls verletzt, bilanzierte das Landesfeuerwehrkommando.



Aus bisher unbekannter Ursache war am Sonntag gegen 22.30 Uhr im Dachstuhlbereich eines zweistöckigen Mehrparteienhauses in der Renngasse ein Brand ausgebrochen. Durch starken Wind griffen die Flammen binnen kürzester Zeit auf drei weitere Dachstühle angrenzender Wohnhäuser über. Für die Feuerwehr gab es Großalarm.

Trotz permanenter Aufforderung, ihre Wohnungen zu verlassen, weigerten sich manche Bewohner ins Freie zu flüchten, berichtete das Landeskommando. Erst nachdem dichter Rauch ins Gebäude eingedrungen war, hätten die Mieter den Ernst der Lage erkannt - im letzten Augenblick. Sieben Personen mussten über Feuerwehrleitern gerettet werden.

Noch während der Evakuierungsmaßnahmen griffen die Flammen, angefacht durch heftigen Wind und massiven Funkenflug, auf weitere Dachstühle von Nachbarhäusern in der Renngasse über. Um eine großflächige Ausbreitung des Brandes in der Badener Innenstadt zu verhindern, setzte die Feuerwehr auch drei Hubrettungsgeräte ein. Die Flammen wurden so aus 30 Metern Höhe bekämpft. Gleichzeitig unternahmen Atemschutztrupps einen umfassenden Innenangriff.

Auch wegen der verwinkelten Anordnung der Mehrparteienhäuser war die Brandbekämpfung eine große Herausforderung, so die Feuerwehr. Die Flammen waren nicht überall mit Hubrettungsgeräten aus der Luft zu bekämpfen. In engen Innenhöfen konnten die Einsatzfahrzeuge nicht aufgestellt werden.

"Brand aus" gab es laut Landesfeuerwehrkommando erst um 4.30 Uhr. Die elf verletzten Bewohner wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Weitere Parteien mussten noch in der Nacht in Hotels untergebracht werden.

Am Montagvormittag sind die Ermittlungen zur Klärung der Ursache des Brandes angelaufen. Die diesbezüglichen Erhebungen wurden vom Bundes- und Landeskriminalamt geführt. Mit Ergebnissen wurde nicht vor den Nachmittagsstunden gerechnet, sagte Chefinspektor Erich Rosenbaum vom LKA NÖ. Zur Höhe des entstandenen Schadens lagen zunächst ebenfalls keine Angaben vor. Wegen Einsturzgefahr müsse erst der Dachstuhl abgetragen werden, ehe morgen, Mittwoch, die Ermittlungen weitergeführt werden, sagte Chefinspektor Erich Rosenbaum vom LKA (Landeskriminalamt ).


Der Großbrand sei die "größte Katastrophe der vergangenen Jahrzehnte im innerstädtischen Bereich", so Bürgermeister Kurt Staska, der unverzüglich eine Krisensitzung einberief. Vom Feuer betroffen waren laut Rathaus die Objekte Renngasse 7 und 5 sowie Beethovengasse 4-6. Die Bewohner wurden vorübergehend im Hotel Admiral bzw. im Hotel Herzoghof untergebracht.

In der Krisensitzung ging es u.a. darum, den Opfern des Brandes so rasch wie möglich effiziente Hilfe zukommen zu lassen. "Jene Menschen, die in einem Gebäude der Immobilien Baden GmbH wohnhaft waren, werden von der Stadt sofort Ersatzwohnungen zur Verfügung gestellt bekommen", teilte das Rathaus mit. Außerdem wurde unter der Telefonnummer 02252/400-442 eine Hotline (8.00 bis 16.00 Uhr) für die Betroffenen eingerichtet. Außerhalb dieser Zeit erteilt die Stadtpolizei unter 02252/400-0 Auskunft.