Baden: WC im Doblhoffpark dringend gesucht. Photofestival zieht erfreulicherweise viele Besucher an. Problem: Es gibt nur eine Toilettenanlage im Doblhoffpark.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 02. September 2020 (05:03)
WC-Anlage Doblhoffpark
Die alte, gesperrte WC-Anlage im Doblhoffpark. 
Jandrinitsch

Stadträtin Maria Wieser von der SPÖ Baden kritisiert: „Eine wunderbare Fotoausstellung, eine wunderschöne Innenstadt aber keine öffentlichen Toiletten für die vielen Besucherinnen und Besucher sowie die Badener geöffnet.“

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SP-Stadträtin Maria Wieser.
privat

Das Photofestival würde die Situation im Doblhoffpark verschärfen, da ja die alte WC-Anlage gesperrt wurde und nun nur mehr ein selbstreinigendes WC zu benutzen ist, wenn man 50 Cent parat hat. Wieser betont: „Die Leute rufen mich an und beschweren ist, dass die WC-Situation im Doblhoffpark untragbar ist. Ich verstehe aber auch die Gastronomie, die keine Freude damit hat, ihre Toiletten zur Verfügung zu stellen“, meint Wieser und appelliert, rasch eine Lösung dafür zu finden.

Gyöngyver Peter, Pächterin des Cafés im Doblhoffpark, bestätigt auf NÖN-Nachfrage: „Am Wochenende stehen die Leute Schlange. Dann kommen sie natürlich zu mir, vor allem ältere Menschen und Familien mit Kindern. Man kann ältere Menschen ja nicht stundenlang vor einem WC warten lassen. Wenn jemand höflich fragt, haben wir noch nie Nein gesagt, es gibt aber auch Leute, die sind einfach unverschämt.“

Nachsatz: „Wenn ich das Photofestival konzipiert hätte, dann hätte ich auch die WC-Situation berücksichtigt. Ein WC ist in der Zeit des Festivals einfach zuwenig, so hätte ich das nicht durchgehen lassen.“

Doch Ärgern will sich die Wirtin nicht mehr, ihren Unmut hat sie bereits in einem Brief an die Stadt kundgetan, sie bekam lediglich die Antwort, ihr Schreiben sei an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden. Weniger angespannt ist die Situation beim Café Ullmann, das sich am Eingang des Parks befindet.

Josef Enderlein vom Cafè meint: „Die meisten Leute, die zu uns kommen, konsumieren. Wir bemerken nur, dass die Seifenspender ständig leer sind.“

Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grüne, erklärt zu dieser Situation: „Betreffend der öffentlichen Toiletten wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, auf selbstreinigende WCs umzustellen, weil man das Recht auf hygienisch einwandfreien Besuch hat und das sonst nicht zu regeln ist. Die Gebühren wurden angepasst. Bei Veranstaltungen sollte ein Mehrbedarf geplant werden.“

Zum Thema Toiletten meint Stadtchef Stefan Szirucsek, ÖVP: „In Baden gibt es zehn öffentliche WC-Anlagen. 50 % davon sind selbstreinigende Anlagen, die stets in hygienisch einwandfreiem Zustand zur Benützung zur Verfügung stehen.“

Zur Abdeckung von Bedarfsspitzen würden bei großen Veranstaltungen, wie etwa dem Badener Advent, mobile WC-Anlagen angemietet. Beim Photofestival war das (noch) nicht der Fall.