Traiskirchen: Bei Corona-Impfung geht‘s zur Sache. Seit Dienstag, 16. März wird von 7 Uhr in der Früh bis zu Mittag und von 14 bis 19 Uhr am Abend geimpft.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 26. März 2021 (05:45)
Einer für alle, alle für die Impfstraße: Allgemeinmedizinerin Beatrix Tichatschek, Michelle Kossits, Freiwilliges Soziales Jahr beim Samariterbund, Ärztin Daphne Akranidis-Holley, Fachärztin für Anästhesie Susanne Ebm, Facharzt für Chirurgie Richard Tichatschek, Sanitäter Harald Bahner und Medizinstudentin Friederike Rhein, hilft beim Samariterbund.
Jandrinitsch

Die Impfkoordinatorin der Stadt, Karin Akimesko, und Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, können zufrieden sein.
Keine Menschenschlangen vor dem Eingang zum Stadtsaal, wer hierher kommt, um sich impfen zu lassen, nimmt, wenn überhaupt, nur kurz einmal Platz, um schon zur Impf-Registrierung gebeten zu werden.

Karin Akimesko hat das digitale Anmeldesystem im Griff, brenzlig wird es nur, „wenn das System streikt, aber das ist bis jetzt kaum vorgekommen.“ Wirklich großen Andrang habe es am ersten Impftag, dem 16. März gegeben. „Da kamen viele Menschen viel früher, als sie eigentlich eingeteilt worden waren“, sagt Akimesko. Trotzdem habe man die Situation gemeistert. Was Bürgermeister Andi Babler als großen Vorteil empfindet: „Die Impfung wird sofort in den elektronischen Impfpass eingetragen. Dafür sorgen auch die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer sowie die Ordinationsassistentinnen und Assistenten, die die Ärzte unterstützen.“

Die zwei Impfstraßen im Stadtsaal zu organisieren sei „eine Wahnsinnsarbeit“ gewesen, sagt der Stadtchef. Der Coronastab kümmert sich nicht nur um die Impfstraße, parallel dazu wird ja auch die Teststraße weitergeführt. „Wir sind als Stadt oft dafür gescholten worden, dass wir unseren Rettungsdienst so großzügig unterstützen und damit viele Möglichkeiten eröffnen. Jetzt zeigt sich, dass wir damit richtig gelegen sind“, sagt Babler. Die Priorität des Coronastabes sei klar: „Impfen, impfen, impfen.“

Er betont: „Ich freue mich voll mit jedem und jeder, der bzw. die geimpft wird. Jeder Piks den jemand bekommt, ist auch ein Piks für mich. Ich bedanke mich auch bei den Ärzten, es ist beachtlich, wie diese hier mitmachen.“

Geimpft wird mit dem Impfstoff von Moderna, „wir garantieren, dass die Kühlkette eingehalten wird“, sagt Babler. Nachsatz: „Der Impfstoff ist an einem streng geheimen Ort untergebracht.“ Ein besonderes Lob richtet er auch an Akimesko: „Karin Akimesko macht einen Weltjob. Die Arbeitstage gehen oft von 6 Uhr morgens bis um Mitternacht, wenn man die Nachbesprechungen und Videokonferenzen mit einberechnet“.

Tolles Zusammenspiel von Ärzten & Helfern

Ein Herr aus Tribuswinkel, der gerade geimpft wurde, spendet ebenso Lob: „Es funktioniert alles einwandfrei, es hat auch überhaupt nicht wehgetan.“ Jetzt wartet er mit den anderen Geimpften in einem eigenen Wartebereich, falls Nebenwirkungen auftreten.

Allgemeinärztin und Allergie-Expertin Beatrix Tichatschek und ihr Mann, der Chirurg Richard Tichatschek, beide aus Baden, haben sich freiwillig und ehrenamtlich für die Impfstraße gemeldet. Die Ärztinnen und Ärzte wechseln einander in einem Radlbetrieb ab, während Beatrix Tichatschek impft, übernimmt ihr Mann Richard die Patientenaufklärungsgespräche.

Auch Anästhesistin Susanne Ebm aus Tribuswinkel berät gerade einen Patienten. Großartige Fragen würden sich in den Gesprächen nicht auftun, „die allermeisten wollen wissen, mit welchem Impfstoff geimpft wird“, informiert Ebm.

„Ansonsten überwiegt die Freude, bereits einen Termin zur Impfung bekommen zu haben.“ Am Freitag sind die Hochrisikopatienten an der Reihe. Ein Herr aus Felixdorf macht sich um den Impfstoff keine Gedanken. „Bei meiner Krankengeschichte wäre sowieso kein anderer Impfstoff in Frage gekommen“, meint er. Eine Dame aus Maria Lanzendorf hat ‚den Piks‘ ebenfalls schon hinter sich gebracht.

Sie bekennt: „Ich habe sehnsüchtig auf die Impfung gewartet.“ Was ihr jedoch nicht gefällt: „Dass jetzt schon die grüne Karte für die Geimpften eingeführt werden soll, finde ich nicht gut. Ich kenne so viele Leute, die zwar schon auf die Impfung warten, aber wie es aktuell aussieht, noch lange nicht an der Reihe sind.“