Lkw-Verkehr: Artmäuer beharrt auf Umfahrungsplanung. Günselsdorf Ortschef kann Ärger der Nachbarn verstehen, sieht seine Gemeinde aber als Hauptbetroffene.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:22)
Artmäuer beharrt auf Umfahrungsplanung
 Bürgermeister René Klimes (links) aus Blumau-Neurißhof bestand auf die Verkehrsverhandlung. Bürgermeister Alfred Artmäuer (rechts) muss normalerweise den Lkw-Verkehr auf der B17 „schlucken“.
zVg

Das Problem hat Blumau-Neurißhofs Bürgermeister René Klimes, PUL, schon in der Vorwoche thematisiert: Das steigende Lkw-Verkehrsaufkommen in jenen Gemeinden, die durch die Sperre der Ortsdurchfahrt auf der B17 durch Günselsdorf jetzt verstärkt von den verkehrstechnischen Auswirkungen der Umleitung betroffen sind. Saniert werden die Fahrbahn und die Brücke über die Triesting.

Pkw werden örtlich über die Anton Rauch-Straße umgeleitet. Die Umleitung für Lkw führt großräumig über die L158, Blumau-Neurißhof, die L157, Tattendorf und Traiskirchen, respektive Oeynhausen sowie über die B210, Oberwaltersdorf.

Am 14. Juli fand in Blumau-Neurißhof auf Wunsch von Bürgermeister Klimes eine Verkehrsverhandlung statt, bestätigt Bezirkshauptfrau-Stellvertreter Martin Hallbauer. Ergebnisse würden aber noch keine vorliegen: „Da noch weitere verkehrstechnischen Erhebungen offen sind, sind eindeutige Aussagen zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht. Erst bei Vorliegen von verdichtetem Datenmaterial können definitive Aussagen getroffen werden.“

Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Hannes Jantschy ist über die Sachlage informiert, „wir überwachen den Verkehr in den betroffenen Gemeinden permanent“, sagt der Bezirkspolizeichef.

Die Beschwerden kämen wohl auch daher, weil „in den Sommermonaten die Fenster geöffnet sind und Verkehrslärm so intensiver wahrgenommen wird“. Prinzipiell seien die Anrainer über die Situation informiert.

Jetzt schaltet sich auch Günselsdorfs Bürgermeister Alfred Artmäuer, SPÖ, in die Diskussion ein. Er gibt zu bedenken: „Ich habe volles Verständnis für die Bevölkerung von Blumau-Neurißhof, Teesdorf, Tattendorf und Oberwaltersdorf, die nun mit zusätzlichem Schwerverkehr belastet ist. Dies, obwohl nur ein Teil des Schwerverkehrs diese Ausweichroute tatsächlich benützt. Fakt ist, dass nach Herstellung der Triestingbrücke wieder täglich fast 15.000 Fahrzeuge, davon 1.100 Lkw durch Günselsdorf, donnern werden. Warum mutet man diese Belastung meiner Bevölkerung zu, welche mit Ihren Grundstücken zum Teil sehr nahe an der B17 liegt?

Umfahrung dürfe nicht ad acta gelegt werden

Schon vor Jahren habe Artmäuer gefordert, wieder in die Planungsphase zur Weiterführung der Umfahrung B17 aus Wr. Neustadt kommend einzutreten. Dies wäre am Veto von Nachbargemeinde Teesdorf gescheitert, obwohl die Umfahrungsstraße ausschließlich im Gemeindegebiet Günselsdorf liegen würde.

Doch Artmäuer kündigt jetzt schon Maßnahmen an, Demos nicht ausgeschlossen: „Wir werden nach der Fertigstellung des Brücken- und Straßenbaus der B17 gezielte Maßnahmen setzen, um unserer Forderung nach Weiterführung der Umfahrungsstraße Nachdruck zu verleihen. Dabei sind durchaus auch angemeldete Demonstrationen auf der Straße denkbar.“

Umfrage beendet

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