Mehrheit für Gemeinde-Neubau. Trotz Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent brachte die Volksbefragung in Günseldorf über Gemeinde-Neubau Mehrheit für die Befürworter.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:23)
Die Marktgemeinde Günselsdorf wird sich wie geplant künftig in das gerade im Bau befindlichen Gebäude in der Anton Rauch Straße einmieten.
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In Günselsdorf hatten die Wahlberechtigten am Sonntag die Möglichkeit, an einer Volksbefragung zum Thema Gemeindeamt Neubau oder Sanierung teilzunehmen. Wie berichtet, wurden von der Liste „Unser Günselsdorf“ die notwendigen Unterschriften für eine Volksbefragung gesammelt. Während sich „Unser Günselsdorf“ für eine Sanierung des alten Gemeindeamtes einsetzt, sieht die SPÖ mit Bürgermeister Alfred Artmäuer einen Neubau durch eine Wohnbaugenossenschaft als Zukunftsvariante eines modernen und barrierefreien Gemeindeamtes.

Knapp 48 Prozent gingen zur Abstimmung

Bereits vor der Volksbefragung legte der Bürgermeister eine Wahlbeteiligung von etwa 70 Prozent, ähnlich wie bei der letzten Gemeinderatswahl, als Maßstab fest. Mit 47,68 Prozent Beteiligung blieb diese klar unter dieser Marke. Zudem sprachen sich die teilnehmenden Befragten mit 404 Stimmen oder 56,82 Prozent für das Projekt „Gemeindeamt Neu“ und nur 307 Stimmen oder 43,18 Prozent gegen das Projekt aus.

SPÖ-Bürgermeister Alfred Artmäuer.
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„Die Mehrheit der Bevölkerung hat an der Volksbefragung nicht teilgenommen, was für mich auch ein klares Zeichen ist, dass die Bevölkerung möchte, dass der Gemeinderat seine Arbeit macht und solche Themen nicht öffentlich austrägt“, sagt Bürgermeister Artmäuer in einer ersten Stellungnahme. „Ich freue mich über diese deutliche Mehrheit für ein zukunftsorientiertes Projekt und wir werden dieses, wie geplant umsetzten“, betont der Ortschef.

Gemeinderätin Sabine Zöchling von „Unser Günselsdorf“.
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„Mir haben aber auch die 300 Stimmen gegen das Projekt gezeigt, dass es notwendig ist, die Bevölkerung noch besser über das Vorhaben zu informieren, als wir es schon in der Vergangenheit getan haben“, erklärt Artmäuer. Gemeinderätin Sabine Zöchling von „Unser Günselsdorf“ betont: „Wir danken allen, die an diesem heißen Sommertag ihr demokratisches Recht genutzt und ihre Stimme abgegeben haben. Wir werden uns auch in Zukunft für die Anliegen der Günselsdorfer Bevölkerung stark machen, auch wenn man uns dafür verbal angreift und versucht, unsere Leitungen kleinzureden“, betont Zöchling.

Das Projekt soll, durch Corona verzögert, im kommenden Jahr fertiggestellt werden und liegt nur wenige Meter neben dem bisherigen Gemeindeamt entfernt im Zentrum der Gemeinde.