Täter „stolperte“ über Pass-Antrag. Nach Billa-Überfall 2015 ging nun auch der letzte Täter ins Gefängnis. Urteil: drei Jahre.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 10. April 2019 (04:59)
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Die Billa-Filiale in Günselsdorf war heuer im Februar Ziel eines Überfalls mit Geiselnahme. Der Raub aus 2015 stand nun vor Gericht.

Zu einem gerichtlichen „Nachtrag“ zum Billa-Raub am 11. November 2015 kam es nun am Landesgericht Wiener Neustadt.

Nachdem zwei Täter schon vor längerer Zeit verurteilt worden waren, stand nun der dritte Moldawier vor Gericht. Der 25-jährige Bodyguard hatte bis zum Verhandlungstermin geleugnet, dabei gewesen zu sein. Er wurde jedoch von seinen Mittätern schwer belastet.

Während der Verhandlung gab der Mann seine Tat zu. Er habe nach Geschäftsschluss vor dem Supermarkt eine Mitarbeiterin, die mit einem Rollcontainer zurück ins Geschäft wollte, abgefangen, festgehalten und laut Staatsanwaltschaft mehrmals ins Gesicht geschlagen. Seine Mittäter waren in der Zwischenzeit in das Geschäft gestürmt, die Kollegin der Frau mit Waffenattrappen bedroht und gezwungen, den Tresor zu öffnen. Danach konnten die Männer mit rund 7.000 Euro Beute die Flucht ergreifen.

„Als die Frau aus dem Geschäft kam, wusste ich nicht, was ich tun soll. Also habe ich sie festgehalten. Sie hat laut geschrien und wir sind gemeinsam gestürzt. Und wahrscheinlich habe ich sie geschlagen. Das alles hat mich sehr erschreckt, also bin ich weggelaufen.“

Der Mann sei dann mit seinen Komplizen nach Hause gefahren und wollte mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Dass er in Österreich gesucht werde, habe er erst erfahren, „als ich einen europäischen Pass beantragt habe“. Urteil: Drei Jahre Haft.