Gutachter-Streit um Bestattung

Erstellt am 15. April 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Krematorium / Bürgerinitiative legt erste Analyse vor, Betreiber setzt zum Konter an.
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Von Wolfgang Wallner

LEOBERSDORF / Beweise für die Gefahren der Feuerbestattung für die Anrainer wollten die engagierten Bürger um Daniela Fradinger-Gobec vorlegen. Mit einer „kritischen Analyse“, ausgearbeitet von Uni-Professor Christian Weiß (siehe Foto, Leoben, Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes) bekommt der Kampf gegen das Krematorium, das die Gemeinde gemeinsam mit Umwelt-Techniker Peter Tappler plant, neue Munition.

Die bislang vorliegenden Projektunterlagen hätten eher den Charakter eines „oberflächlichen Firmenprospekts“, die fachliche Qualifikation des Projektwerbers sei stark anzuzweifeln. Weiss engagiert sich bereits in seiner Heimatgemeinde Trofaiach gegen den Bau eines Krematoriums.

Als „extrem angriffiges Pamphlet“ bezeichnet Projektwerber Peter Tappler die Analyse. „Dort werden persönliche Meinungen und Horrorszenarien vermischt. Mit keinem Wort wird auf die tatsächliche Immissionssituation eingegangen, also auf jene Stoffe, die beim Anrainer auch ankommen.“ Tappler verweist auf ein „unabhängiges Gutachten“ des deutschen Sachverständigen Jörg Bachmann, der schon zahlreiche Krematoriumsprojekte im Nachbarland begleitet hat. „Aus dem Schornstein kommt kein Leichengift“, urteilt Bachmann, „Es werden Abgase emittiert, die denen anderer Verbrennungsvorgänge gleichen.“ Nach einer vollständigen Verbrennung seien organisches Material und etwaige Krankheitskeime nicht mehr vorhanden. Es liege „keine umweltrelevante Gefährung vor“, so der deutsche Experte.

Weiss spricht dagegen von 700 Kilo Schwefeldioxid und etwa 185 Gramm elementares Quecksilber, die pro Jahr freigesetzt würden: „Das Projekt ignoriert den Stand der Technik.“

Analysierte für die Bürgerinitiative die Projektunterlagen des Krematoriums: Christian Weiß.

Uni Leoben

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