Aus Engagement für die Gesellschaft: FSJ ist im Bezirk Baden gefragt

Aktualisiert am 25. Mai 2022 | 06:27
Lesezeit: 5 Min
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Im FSJ ist man etwa mit einem Rettungstransportwagen (RTW) wie diesem hier im Einsatz.
Foto: Rotes Kreuz Baden
Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für freiwilliges Sozialjahr. In Baden ist die Bereitschaft jedoch groß.
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Ob im Rettungswesen, im Krankenhaus, im Altersheim oder in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung - die Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren, sind vielseitig und werden etwa in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) angeboten. Dennoch nimmt die Anzahl an jungen Menschen, welche sich dazu entscheiden, ein solches etwa nach ihrem Schulabschluss zu absolvieren, stetig ab. Die Bezirksstelle des Badener Roten Kreuzes hingegen kann sich über 18 FSJ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen. Die NÖN hat nachgefragt, was ihre Beweggründe sind im Einsatz für die Gesellschaft zu stehen.

Der 19-jährige Badener Hannes Zieger etwa ist, wie die meisten FSJ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Rettungsdienst tätig. „Mich hat dieser Bereich schon seit einigen Jahren interessiert und durch das FSJ habe ich so endlich die Möglichkeit, dabei auch mitzuhelfen“, meint Zieger. Das FSJ mache er als Ersatz für den Zivildienst, böte dieses zweiterem gegenüber schließlich so manchen Vorteil: „Die Arbeitszeiten sind besser reguliert und man hat mit Urlaubstagen etwas mehr Möglichkeiten seine Freizeit, Freunde und sich selbst nicht zu vernachlässigen.“ Für sich persönlich habe Zieger das Übergangsjahr zwischen Schulabschluss und Studienbeginn so sinnvoller genutzt, als beispielsweise zum Bundesheer zu gehen. Durchschnittlich habe der junge Mann etwa drei Dienste pro Woche, die eine Hälfte verbringe er am Krankentransportwagen, die andere Hälfte am Rettungstransportwagen.

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Celine Kaluzik ist eine der 18 FSJ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksstelle Baden.
Foto: Rotes Kreuz Baden

Für Celine Christl habe als Motivation unter anderem das lebensrettende Wissen gedient, welches sie sich durch das FSJ aneignen wollte und nun auch im privaten Bereich anwenden könne. Auch sie ist als Rettungssanitäterin regelmäßig im Einsatz. „Kein Tag ist wie der andere, kein Einsatz gleicht dem nächsten. Zusammen im Team stehen wir bei jeder neuen Alarmierung vor einer neuen Herausforderung, die es zu bewältigen gilt“, konstatiert die 18-jährige Badenerin. Außerdem lerne man jeden Winkel diverser Krankenhäuser kennen und erweitere stets sein Wissen. Ob sie weiterempfehlen würde ein Freiwilliges Soziales Jahr anzutreten? „Ich persönlich fände es wahnsinnig wertvoll, wenn sich jede und jeder einmal intensiv mit dem Gesundheits- oder Rettungsdienst beschäftigen würde, um einen Einblick hinter die Kulissen des Systems zu bekommen, das für uns alle da ist, wenn wir es brauchen“, so Christl.

Abwechslungsreiche Arbeit als Hauptmotivation

Was die von der NÖN befragten jungen Erwachsenen gemein haben, ist die Motivation einer sehr abwechslungsreichen Arbeit nachgehen zu können und immer wieder vor neuen Herausforderungen und Aufgaben zu stehen. Vor allem im Rettungswesen ist dies gegeben, wie auch Celine Kaluzik bestätigt: „Der Bereich des Rettungsdienstes interessiert mich am meisten. Kein Tag ist derselbe, man ist immer gefordert und es wird nie langweilig.“ Die 19-Jährige aus Baden habe bis zum Beginn ihres Studiums nicht däumchendrehend zu Hause sitzen, sondern einen sinnvollen Beitrag leisten wollen, wie sie meint.

„Man lernt immer wieder neue Leute kennen und kann ihnen helfen. Das ist, finde ich persönlich, das Schönste.“ Wie auch schon Celine Christl und Hannes Zieger könne Kaluzik das FSJ anderen Jugendlichen nur anraten, etwa dann, wenn man ohnehin noch nicht wisse was man später beruflich einmal machen möchte. „Man tut wirklich etwas Gutes und kann Menschen helfen. Außerdem entwickelt man mehr Selbstbewusstsein beziehungsweise Selbstvertrauen und lernt eigenständig, unter Stress und im Team zu arbeiten“, sagt Kaluzik, und meint weiters an ihrer Tätigkeit persönlich immens gewachsen zu sein. 

So auch Allessandro Porkorny. Genau wie sein Kollege Hannes Zieger leistet er das FSJ als Ersatz für den Zivildienst ab. „Man hat weniger Wochenarbeitsstunden und somit mehr Freizeit, aber kann trotzdem seinen Zivildienst ableisten“, erklärt der 20-jährige Badener. Sein Alltag sehe stets anders aus. Der Tag könne durchgehend ruhig verlaufen, doch im Bruchteil einer Sekunde könne man zu einem Einsatz gerufen werden, bei welchem es um Menschenleben gehe.

Johanna Rodax, eine 20-jährige Tattendorferin, hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr bereits hinter sich gebracht, blieb dem Badener Roten Kreuz allerdings erhalten und fährt nun regelmäßig als freiwillige Mitarbeiterin am Rettungswagen mit. „Ich wollte eigentlich schon lange ehrenamtlich die Ausbildung zur Rettungssanitäterin machen, da ich nach der Schule aber nicht genau wusste, was ich weitermachen will, hat sich das gut ergeben und ich konnte 12 Monate beim Roten Kreuz viele Erfahrungen sammeln“, erzählt Rodax. Sich im Rettungsdienst einzubringen könne sie allen nur ans Herz legen.

Rotes Kreuz lebt von Freiwilligkeit

„Heute gibt es mehr Möglichkeiten denn je, sich zu engagieren. Eine davon ist das Freiwillige Sozialjahr“, meint Manfred Lang, Bezirksstellengeschäftsführer beim Roten Kreuz Baden. „Ohne die vielen Helfer, die ihre Freizeit den Menschen um sich herum schenken, wäre das Rote Kreuz nicht das, was es heute ist.“ In Baden hätten sich seit 2015 bereits 95 junge Menschen in Form des freiwilligen Sozialjahres im Rettungswesen engagiert. „Wir freuen uns sehr, dass dieses Angebot so gut ankommt“, so Lang.

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