Karl Fischer: Eine wahre Institution

Erstellt am 28. Juli 2017 | 05:00
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Karl Fischer in „seiner“ Hubertuskapelle.
Foto: Holzinger.Presse
Karl Fischer ist ein echter „Hans Dampf in allen Gassen“. Unvorstellbar, was er alles in die Hände nahm.
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Wer Karl Fischer sieht, würde ihn etwa um die 65, höchstens 70 Jahre alt schätzen. Auf die Frage, was ihn denn so jung halte, kommen spontan die fünf Tibeter zur Sprache. Das sind überlieferte alte Turnübungen, die Fischer seit 20 Jahren täglich ausübt.

Hubertuskapelle renoviert

Doch viel eher sind es die regen Tätigkeiten, die Fischer nach wie vor für die Allgemeinheit ausübt. So wie etwa die Renovierung der Hubertuskapelle – und als Zuckerl dazu übergab er gleich noch 3.700 Euro für die Orgelrenovierung an die Kirche am Hafnerberg.

Auch den Kreuzweg kann sich Fischer an seine Fahnen heften und derzeit arbeitet er an zwei Bildstöcken, die er maßgetreu nach Miniaturen nacharbeitet.

Fischer ist am Hafnerberg eine richtige Institution. Vor allem ist er als Gastwirt des „Gasthaus zum kleinen Semmering“ bekannt, den er mit Gattin Ute zu einem beliebten Treffpunkt schuf. Hier war der erste Wurlitzer weit und breit zu finden und lockte zahlreiche Gäste. Und weil es ja sonst fad gewesen wäre, handelte Fischer nebenbei noch mit tollen Schlitten, wie Mustangs und Ford Capri.

200 Jahre alte Linde gerettet

Fischer rettete aber auch die über 200 Jahre alte Linde an der Berndaner Kapelle, für die bereits der Bescheid für den Umschnitt erteilt worden war. Zudem war Fischer 45 Jahre lang Obmann der Wassergenossenschaft und erhielt dafür das silberne Verdienstabzeichen der Republik Österreich.

Er ließ sich in der Not auch immer wieder etwas einfallen. Als die Kirche einen Scheinwerfer benötigte, organisierte Fischer kurzerhand die „Scheinwerfersonntage“ und sammelte so Anfang der 1990er-Jahre während nur einer Messe 25.000 Schilling im Klingelbeutel, die er gleich noch verdoppelte. Somit erstrahlt bis heute die Wallfahrtskirche Hafnerberg im romantischen Scheinwerferlicht.

Karl Fischer liebt seine Gemeinde und sieht den Erfolg des kleinen Wallfahrtsorts im guten Zusammenhalt der Hafnerberger und Nöstacher. Und als Botschaft an die Jugend sagt er: „Finger weg von Drogen und einfach bodenständig bleiben, dann kann gar nix passieren.“

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