Vöslauer Routinier Strazdas sorgt für Eklat. Dem Vöslauer Routinier brannten nach der Derby-Pleite gegen Hollabrunn die Sicherungen durch: Er ließ sich zu einer Tätlichkeit gegen einen Gegenspieler hinreißen.

Von Malcolm Zottl und Peter Sonnenberg. Erstellt am 11. Februar 2020 (03:04)
Augustas Strazdas sorgte gegen Hollabrunn weniger auf dem Parkett als mehr nach Spielende für (unschöne) Schlagzeilen.
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Als wäre die 27:32-Pleite des Roomz Hotels Vöslauer HC beim Derby gegen Hollabrunn nicht schon bitter genug gewesen, wurde es nach dem Spielende noch unschöner. Was war passiert?

„Er ist ein Vorzeige-Handballer und hat einen Fehler gemacht, aber man darf ihn jetzt nicht verurteilen.“ Vöslau-Obmann Peter Gauss

Hollabrunn-Spielmacher Patrick Prokop bekam nach der Schlusssirene, als sich beide Mannschaften voneinander verabschiedeten, mitten auf dem Spielfeld einen Faustschlag von Bad Vöslaus Routinier Augustas Strazdas in den Brust- und Bauchbereich verpasst. Prokop ging zu Boden, ihm blieb die Luft weg und plötzlich wurde es hektisch.

Hollabrunn-Manager Gerhard Gedinger war fassungslos: „Ich war gerade auf dem Weg zum Kampfgericht, als es plötzlich laut wurde. Da habe ich schon die Rudelbildung gesehen. Ein Wahnsinn, dass es so einem Spieler wie Strazdas passiert.“ Handelt es sich doch um einen knapp 37-jährigen ehemaligen litauischen Teamspieler, der mit allen Wassern gewaschen ist. Über die Gründe seines Black-Outs kann nur gerätselt werden. Gedinger meint: „Patrick (Anm.: Prokop) war bärenstark und hat ihn nicht gut aussehen lassen, aber das ihm deshalb so die Nerven durchgehen ist eigentlich unvorstellbar. Ich habe mich bei den anderen Burschen umgehört, da hätte niemand so etwas wie Provokationen oder der gleichen wahrgenommen.“

Strazdas könnte auch Anzeige drohen

Nachdem sich die Situation wieder beruhigt hatte, wurde die Rettung gerufen und Prokop ins Krankenhaus gefahren, wo eine Brustkorbprellung festgestellt wurde. Mittlerweile geht es dem 20-Jährigen den Umständen entsprechend wieder gut. Allerdings könnte die Sache für Strazdas noch ein Nachspiel haben, da auch die Polizei dann vor Ort war und eine Anzeige aufnahm.

„Das liegt jetzt an der Familie Prokop, ob sie auch rechtliche Schritte einleiten wollen“, erklärt Gedinger. Von den Vöslauer Verantwortlichen folgte umgehend eine Entschuldigung für das Fehlverhalten für Strazdas Fehlverhalten. Vöslau-Obmann Peter Gauss zu der Causa: „Gusti ist 37 Jahre, ihm ist so etwas noch nie passiert. Es waren Emotionen dabei, aber so etwas hat auf einem Handballfeld natürlich nichts verloren. Wir können uns nur entschuldigen.“ Gauss fügt an: „Er ist ein Vorzeige-Handballer und hat einen Fehler gemacht, aber man darf ihn jetzt nicht verurteilen.“ Strazdas soll sich auch bereits telefonisch bei Prokop entschuldigt und ein persönliches Treffen vereinbart haben.

Auch sportlich wird dieser Fall noch Konsequenzen für den Vöslauer HC haben, denn die Beurteilung dieses Vorfalls wurde an den Verband zu einer Entscheidung weitergeleitet. Anders ausgedrückt: Strazdas droht eine lange und saftige Sperre. Eine Entscheidung, wie die Thermalstädter intern mit dem Vorfall bzw. Strazdas umgehen werden, war zu Redaktionsschluss (Montagvormittag, Anm.) noch nicht gefallen. „Wir haben diese Woche eine Vorstandssitzung und werden da entscheiden, wie wir mit der Sache umgehen“, erklärt Gauss.