Lockdown-Ende im Bezirk Baden: Optimismus hält sich in Grenzen

Händler freuen sich über die Öffnung, Frisöre sind gut gebucht.

Erstellt am 15. Dezember 2021 | 04:29
Lesezeit: 3 Min
Lockdown-Ende: Optimismus hält sich in Grenzen
Das große Aufräumen hat bei Daniela und Peter Haas längst schon vor Lockdown-Ende in ihrem Friseursalon begonnen. Einige Male haben sie zuletzt ihren *Impf Pop Up Store* im Geschäft geöffnet. Die Möglichkeit, sich hier gegen Corona zu impfen, gibt es noch am 19. Dezember.
 
Foto: Jandrinitsch

Unternehmerinnen und Unternehmer im Bezirk Baden zeigen sich angesichts der Geschäftsöffnung erleichtert, blicken gleichzeitig jedoch den Tatsachen ins Auge und sehen dem verbleibenden Weihnachtsgeschäft mehr skeptisch als optimistisch entgegen.

„Die Rückgang des Umsatzes war in den vergangenen Wochen natürlich sehr hoch.“
Harald Schweiger, Motivdruck-Geschäft "motivdruck.at" in Traiskirchen

So beispielsweise Harald Schweiger, der in Traiskirchen das Motivdruck-Geschäft „motivdruck.at“ betreibt. Wie er erzählt, seien die letzten Wochen keine einfachen für ihn und sein Unternehmen gewesen: „Die Rückgang des Umsatzes war in den vergangenen Wochen natürlich sehr hoch. Wir arbeiten viel mit Vereinen und der Gastronomie zusammen, die schwer betroffen sind, da keine Weihnachtsfeiern, keine Turniere et cetera veranstaltet werden konnten.“

Finanzielle Unterstützung habe Schweiger zwar erhalten, diese stehe jedoch in keiner Relation zu den eingefahrenen Verlusten. Ein Problem sehe Schweiger auch darin, dass der Lockdown lediglich für geimpfte und genesene Personen ende, was das Geschäft zusätzlich belaste. „Vom Weihnachtsgeschäft erwarte ich mir ehrlich gesagt nichts mehr. Vereinzelt gibt es schon noch Kunden, aber das große Geschäft bleibt heuer aus“, konstatiert der Unternehmer nüchtern.

„Wir haben einiges verloren, das auch nicht durch die Unterstützung des Staates wettgemacht werden kann.“ Monika Janke, Inhaberin „Lila Portal“ und „Jones“ in Baden

Nicht wesentlich anders geht es Monika Janke, der Inhaberin der Mode-Boutique „Lila Portal“ sowie dem Damenmodegeschäft „Jones“ in der Badener Innenstadt. Zu den finanziellen Einbußen meint sie: „Wir haben einiges verloren, das auch nicht durch die Unterstützung des Staates wettgemacht werden kann. Sie war zwar gut, aber bei Weitem nicht das, was wir durch unsere Ware machen würden. Es ist eine schwierige Zeit.“

Amazon-Bestellungen schon im Lockdown

Wie auch Harald Schweiger erwarte die Modeunternehmerin „nicht mehr viel“ vom Weihnachtsgeschäft, denn: „Ein Großteil der Weihnachtsgeschenke wurde schon online gekauft. Wenn man durch die Straßen fährt, kann man schon sehen, wie sich die Amazon-Pakete regelrecht stapeln.“

Um zumindest ein wenig des Verlustes kompensieren zu können, dürfen Geschäfte auch am Sonntag, dem 19. Dezember offenbleiben. Jankes Geschäfte hatten bereits vergangenen Sonntag geöffnet, was auch gut angenommen wurde. „Der eine Tag kann jedoch nicht alles retten“, sagt die Unternehmerin dazu.

„Bei uns ist gerade die Hölle los. Wir versuchen, ums Überleben zu rudern.“ Harald Braun, Buchhandlung Schütze in Baden

Die Buchhandlung Schütze in der Pfarrgasse in Baden empfing ebenfalls bereits vergangenen Sonntag erleichtert Kundinnen und Kunden. Die Freude und Erleichterung darüber ist groß, auch auf der Website wird man mit den Worten „Hurra! Wir öffnen wieder!“ begrüßt. Der Inhaber des urigen Geschäftes, Harald Braun, wirkt jedoch sichtlich gefordert: „Bei uns ist gerade die Hölle los. Wir versuchen, ums Überleben zu rudern.“

„Wir sind flexibel und stellen uns so weit wie möglich auf unsere Kunden ein.“ Frisöre Daniela und Peter Haas, Baden

Voll im Stress sind so wie vor dem Lockdown die Frisöre Daniela und Peter Haas in ihrem Geschäft in Baden. Das ewige Auf und Ab zerrte an den Nerven, „als bekannt wurde, dass wieder geschlossen werden muss, wollten viele unserer Kunden unbedingt noch einen Termin bei uns. Und jetzt, vor dem Aufsperren, verhält es sich ebenso“, erzählen die Beiden. Sie haben gelernt, mit der Situation umzugehen, „wir sind flexibel und stellen uns so weit wie möglich auf unsere Kunden ein. Am Sonntag, 19. Dezember, werden wir geöffnet haben, bis Weihnachten sind wir im Dauerstress, am 24. Dezember haben wir aber geschlossen.“

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