Weissenbach: Frau rettete 75-Jährigen aus den Flammen

Am Montag, 10. Jänner, rückten die Freiwilligen Feuerwehren von Neuhaus, Weissenbach/Triesting, Nöstach, Berndorf-Stadt, Fahrafeld und Pottenstein zu einem Wohnhausbrand nach Neuhaus aus. Der 75-Jährige Hausbewohner hatte versucht, im Mittelgeschoß einen Holzofen in Betrieb zu nehmen. Er goss Nitroverdünnung auf das Holz, eine Stichflamme setzte Material rund um den Ofen und schließlich das ganze Haus in Brand. Eine zufällig vorbeifahrende Frau agierte als Lebensretterin.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 09:17
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Der erste Einsatzleiter und Verwalter der FF Neuhaus, Stefan Pechhacker, berichtet: „Schon bei der Zufahrt zum Feuerwehrhaus sah ich die starke Rauchentwicklung im Bereich der Landesstraße. Als ich dann am Brandort eintraf, befand sich der verletzte Hausbewohner bereits im Freien und wurde durch Ersthelfer versorgt. Ich erkundigte mich sofort, ob sich noch weitere Personen oder Tiere in dem brennenden Haus befanden. Zum Glück wurde dieses verneint, da im Obergeschoß die Flammen aus einem Fenster und einer Türe schlugen und bereits auch aus dem Dach. Wir starteten dann sofort mit der FF Weissenbach den ersten Löschangriff bis zum Eintreffen der weiteren Kräfte."

Das Rote Kreuz brachte den verletzten Hausbewohner ins Spital. Die sechs Feuerwehren führten die Brandbekämpfung mit mehreren handgeführten Löschleitungen durch. Der Außenangriff erfolgte auch über Leitern und über die Drehleiter der FF Berndorf-Stadt. Ein Innenangriff musste abgebrochen werden, da der Boden im Gebäude nachgab. Zu diesem Zeitpunkt stand das Gebäude bereits fast zur Gänze in Brand. Die Feuerwehrmitglieder verlegten für die Löschwasserversorgung mehrere längere Zubringerleitungen. Das Atemluftfahrzeug des Feuerwehrabschnitts Pottenstein, stationiert bei der FF Pottenstein, kam ebenfalls zum Einsatz. Hier wurden die verbrauchten Atemluftflaschen wieder befüllt und ein Atemschutzsammelplatz errichtet. Eine Feuerwehrfrau wurde durch einen vorbeifahrenden Lkw, der einen Feuerwehrschlauch mitriss, am Fuß verletzt und ein Unterflur-Hydranten Standrohr beschädigt.

Laut Landespolizeidirektion Niederösterreich wollte der 75-Jährige den im Mittelgeschoß befindlichen Holzofen in Betrieb nehmen. Um das Holz besser Anzünden zu können, goss er gewohnheitsmäßig Nitroverdünnung auf das Brennmaterial und zündete dieses an. Eine aus der geöffneten Ofentüre aufsteigende Stichflamme brachte den um den Ofen angesammelten Unrat samt der daneben abgestellten Dose Nitroverdünnung und dadurch das gesamte Haus in Vollbrand. Aufgrund seines schwachen körperlichen Zustandes konnte der 75-Jährige das sich ausbreitende Feuer nicht selbst löschen. Es gelang ihm nur mehr die Flucht in das Untergeschoß.

Eine zur selben Zeit mit einem Pkw vorbeifahrende Zeugin sah Flammen aus dem Haus aufsteigen. Die Frau reagierte überaus mutig: Sie verständigte über Notruf Feuerwehr und Rettung und barg den 75-Jährigen aus dem brennenden Haus.

Der 75-Jährige erlitt durch den Brand Verbrennungen zweiten Grades sowie eine Rauchgasvergiftung. Nach Erstversorgung wurde er von der Rettung in das Landesklinikum Baden gebracht.

Durch den Brand wurden Dachstuhl, Ober- Mittel- und Erdgeschoß völlig beschädigt. 73 Feuerwehreinsatzkräfte sechs Freiwilliger Feuerwehren, davon 29 Atemschutzgeräteträger, sowie Rettungskräfte vom Roten Kreuz, der Polizei und vom Wasserleitungsverband, standen bis in die frühen Abendstunden im Einsatz.

Eine Schadensumme ist zurzeit noch nicht bekannt.