Erstellt am 10. Dezember 2014, 11:07

von APA/Red

Krippenfiguren sind auf "Herbergssuche". 90 "vergessene" Krippenfiguren aus dem 19. Jahrhundert, die bei der Aufarbeitung des Depots des Stiftes Heiligenkreuz gefunden wurden, sind auf Herbergssuche.

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 Eine Krippe für die Figuren gibt es zwar (noch) nicht, dafür aber die Zuwendung zweier Studierender der Universität für angewandte Kunst:Sie erforschen nicht nur die Herkunft der Figuren, sondern machen sich auch an deren Restaurierung.

Am Donnerstagvormittag besuchten Mönche des Stifts ihre Schützlinge in Wien, um sich vom Fortschritt der Restaurierung ein Bild zu machen. Bei den beiden Studenten handelt es sich um Philippine Lagardere und Michael Bollwein vom Institut für Konservierung und Restaurierung.

Sie haben das Material der Figuren analysiert und kamen zu dem Schluss, dass sie größtenteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum hergestellt wurden. Die Krippenfiguren stellen neben der Heiligen Familie und den Heiligen Drei Königen u.a. Bauern, Handwerker, Priester sowie den zwölfjährigen Jesus dar, der im Tempel lehrt. Mit den Figuren lassen sich laut Aussendung die Hochzeit zu Kana, die Verkündigung des Engels, der Zug der Weisen und die Darstellungen im Tempel darstellen.

Mönche freuen sich über die Restaurierung

Aufgrund ihrer Machart mit Wachsköpfen und textil bekleideten Draht- oder Holzkörpern dürften sie den Angaben zufolge Teil einer Krippe barocken Stils gewesen sein. Die Figuren aus der Sammlung des Stifts kamen vermutlich in den 1980er-Jahren aus einem privaten Nachlass.

"Die Krippenfiguren sind ein besonderes Zeugnis der Volkskunst im 19. Jahrhundert", so Institutsleiterin Gabriela Krist in den Presseunterlagen. "Wir Mönche von Heiligenkreuz sind dankbar, dass 90 wertvolle Krippenfiguren, denen die Herberge abhandengekommen ist, sachgerecht restauriert werden", freut sich Karl Wallner, Rektor der Hochschule Heiligenkreuz.

Nachsatz: "In dem geradezu liebevollen Umgang der Angewandten mit historischen Krippenfiguren sehe ich aber auch eine Einladung, über unseren Umgang mit den real existierenden Menschen nachzudenken, die heute weder Heimat noch Herberge haben."