Spielplan im Stadttheater Baden „quillt über“. Das Stadttheater wird 110 Jahre alt. Für den künstlerischen Leiter Michael Lakner ein Grund für dichtes Programm.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 01. Mai 2019 (04:01)
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Oliver Baier spielt den Sigismund im „Weißen Rössl“. Weiters im Bild: Martina Malzer, Michael Lakner und Franz Josef Breznik.
Sagmeister

2020 wird das Stadttheater seinen 110. Geburtstag zelebrieren. Und weil es ein so schöner runder Geburtstag ist, hat die Theater-Intendanz einen mehr als dichten Spielplan 2019/2020 zusammengestellt, der jetzt im Reinhardt-Foyer vorgestellt wurde.

Der künstlerische Leiter Michael Lakner sagt über das Programm: „Der Spielplan quillt über.“ Es ist schon sein dritter Spielplan, den er eloquent präsentiert. Lakner stellte zu seinem Amtsantritt ja auf einen Ganzjahresspielplan um.

Baden etabliert sich immer mehr zu einem Mehrspartenhaus. Unterbrochen wurde Lakner in seiner über einstündigen Präsentation nur von Solistin Jay Yang, die bereits am Vormittag eine der schwierigsten Arien aus der Mozart Oper „Die Entführung aus dem Serail“ klangrein singen kann.

Neu ist auch das grafische Design des Programmheftes

Mit Rosenblüten am Cover verzichtet man diesmal auf ein Szenenbild und das Spielzeitmotto lautet diesmal „Religion und Glaube“. Auch wenn es zwischen dem künstlerischen Leiter Lakner und dem musikalischen Leiter Franz Josef Breznik in der ideologischen Auffassung und Interpretation Unterschiede gibt, so bleibt es doch ein brisantes und anspruchsvolles Thema: Lakner sieht mehr die politische Seite, Breznik mehr das philosophische, nämlich, dass durch die Religion und den Glauben wieder mehr das Zugrundeliegende gesehen werde, „das hinter allem ist verschwunden, wir müssen wieder mehr versuchen, über das unaussprechliche zu sprechen, es geht mir um die Schönheit dahinter, und dafür ist die Kunst da“, lautet der Apell von Breznik.

Lakner hält dazu fest: „Es geht um den Glauben an die Liebe und das Schicksal, wir sind aber in der leichten Muse, deshalb gibt es immer ein gewisses Augenzwinkern“, entschärft er eine allzu politische Aussage in den Produktionen.

Eines möchte Lakner aber doch festgehalten wissen, dass man nur mittels „Toleranz und Humanismus miteinander friedvoll leben kann.“ Den Abschluss der Spielplan-Präsentation macht wie immer die kaufmännische Leiterin der Bühne Baden, Martina Malzer. Erfreulich ist für sie am Jahr 2018, dass es „ein wirtschaftlich sehr Erfolgreiches war, wir haben ein Plus von 85.000 Euro erwirtschaftet.“