Frauen online aus Gefängnis betrogen. Häftling (38) hat sechs Frauen via Dating-Plattformen am Handy um über 59.000 Euro betrogen. Prozess vertagt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 19. Mai 2021 (03:45)
Während er in der Justizanstalt Hirtenberg seine Haft absitzte, kontaktierte der 38-jährige Mann sechs Frauen und spielte Liebesbeziehungen vor.
APA/Pfarrhofer, APA/Pfarrhofer

Auch aus dem Gefängnis heraus kann man Verbrechen begehen. So geschehen in der Justizanstalt Hirtenberg, wo ein 38-jähriger Türke von 2017 bis 2020 via Dating-Plattformen sechs Frauen um viel Geld betrogen hat. Die Staatsanwältin: „Er hat Notlagen erfunden und Liebesbeziehungen vorgespielt und so über 59.000 Euro in Form von Bargeld und Paysafe-Karten erbeutet.“ Der Mann sitzt seit neuneinhalb Jahren im Gefängnis und hat noch drei weitere abzubüßen.

Der Angeklagte bekannte sich teilweise schuldig und gab an, nur mit drei der Frauen Kontakt gehabt zu haben. Er habe die Handys „gebraucht“ von einem Mitinsassen bekommen, wo die Kontakte oder Dating-Plattformen schon darauf waren. Ein Opfer habe ihm 500 Euro gegeben, um seinen Anwalt zu bezahlen, ein weiteres Opfer habe ihm so Geld gegeben. Mit der dritten Frau habe er eine Beziehung gehabt, da hätte es auch Treffen während seiner Freigänge gegeben, sie habe ihm Kleidung, Zugtickets etc. bezahlt und Paysafe-Karten geschickt.

Laut seiner Rechnung habe das Opfer etwa 9.000 Euro für ihn ausgegeben, laut der der betrogenen Frau allerdings über 47.000 Euro. Die Frau erzählte vor Gericht, dass er sich als Sportreporter vorgestellt habe und dann halt oft in missliche Lagen gekommen sei, wo er ihre finanzielle Hilfe gebraucht habe. „Er wurde zum Beispiel in der Ukraine ausgeraubt, landete in Haft, weil er viel zu schnell unterwegs war, als er zu mir fahren wollte, etc.“

Sie habe ihn in den neuen Monaten, die sie Kontakt hatten, aber niemals gesehen. Frage eines Schöffen: „Und trotzdem haben Sie ihm so viel Geld gegeben.“ Antwort: „Ich war verliebt.“ Die Richterin: „Aber in ein Phantom.“ Das Opfer: „In eine Stimme, ich hatte mich in seine Stimme verliebt.“ Der Angeklagte rechtfertigte sich damit, dass er drogensüchtig ist. Der Prozess wurde vertagt.