Schmuggel aufgeflogen: Justizbeamter verurteilt. 30-Jähriger soll unter Mithilfe von vier weiteren Angeklagten Mobiltelefone und Drogen ins Gefängnis geschmuggelt haben. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 13. November 2019 (05:48)
Hier fand ein reger Handel mit Mobiltelefonen und Drogen statt.
Holzinger. Presse

Mit den Schuldeingeständnissen aller Angeklagten begann der Prozess gegen einen ehemaligen Beamten der Justizanstalt, der in fünf „Lieferungen“ 34 Handys, 125 Gramm Heroin, 44 Gramm Kokain, 54 Gramm Cannabisharz sowie zwei Flaschen Wodka in die Justizanstalt geschmuggelt haben soll.

Der Mann, ein 30-jähriger aus dem Bezirk, gab den Handy-Schmuggel zu, bestritt jedoch, etwas von den Drogen gewusst zu haben. Er habe die Medikamente und das Pulver in den Dosen für Nahrungsergänzungsmittel gehalten. Mit ihm angeklagt sind vier weitere Männer. Und zwar jener Häftling (36) der den Beamten dazu angestiftet hatte sowie zwei Männer, bei denen er die Handys gekauft hatte und ein weiterer Haftinsasse, der dem Erstangeklagten Geld versprochen habe.

Der ehemalige Beamte gab an, er sei damals sehr aufgebracht gewesen, weil er trotz Vorankündigung zum Geburtstermin seines Kindes zum Dienst eingeteilt worden wäre. Der Zweitangeklagte habe ihn daher mehrfach in Gespräche verwickelt und sich „an das Thema Handy herangetastet.“ Der Mann habe ihm erzählt, dass er Kontakt mit seiner Familie halten wolle. „Er gab mir einen Brief mit der Handynummer seiner Familie.“

Er habe sich mit der Familie getroffen, dort aber anstatt einem gleich vier Handys bekommen. Weil sich danach die Eltern des Zweitangeklagten weigerten, noch mehr Handys zu liefern, habe ihn dieser dann mit zwei anderen Lieferanten in Kontakt gebracht. Laut dem ehemaligen Beamten werden in der Haftanstalt Handys um 500 Euro gekauft und um bis zu 1.300 Euro unter den Häftlingen verkauft.

Er selbst habe pro Mobiltelefon 250 Euro bekommen, das Geld aber nie ausgegeben. Dass der Zweitangeklagte schwer drogensüchtig ist, will der Mann nicht gewusst haben. Die Verhandlung wurde für den Erst- und Zweitangeklagten vertagt. Der Drittangeklagte wurde wegen unerlaubten Umgangs mit Suchtgift zu sechs Monaten bedingt und 760 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Viertangeklagte erhielt 26 Monate Haft und der Fünftangeklagte 20 Monate Haft. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.