Vier Jahre Haft: Häftling gab sich als Frau aus. Weil er sich am Handy als Frau ausgegeben hat, schaffte es Insasse der Justizanstalt Hirtenberg, dass ihm zwei Männer über 28.000 Euro schickten. Resultat: Vier Jahre Haft.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 05. August 2021 (05:53)
Handy Smartphone Symbolbild
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Ein Häftling der Justizanstalt stand vor Gericht, weil er sich übers Handy als Frau ausgegeben hat und so zwei Männer dazu gebracht hat, ihm namhafte Geldbeträge zu überweisen. Eine unbekannte Mittäterin wird noch gesucht.

Laut Anklage hat der Mann einem Opfer über 5.700 Euro und einem anderen über 23.000 Euro herausgelockt. Während das erste Opfer vor Gericht erklärte, dass er die „Dame“ übers Internet kennengelernt habe und „mit ihr fortgehen wollte“ und deshalb auch viele Geschenke und Geldgeschenke gemacht hat, traf das zweite Opfer eine fesche Frau beim Fortgehen und bekam von ihr eine Telefonnummer.

Alle weiteren Kontakte hätten nur übers Handy funktioniert. Einmal habe er sie bei ihrer Arbeitsstelle aufsuchen wollen. Warum er ihr seine Kontodaten gegeben hat? „Ich gab einmal meine Kontodaten her, um ihr zu helfen, und hab dann gleich mein Passwort geändert. Das hat aber nichts geholfen, es wurde trotzdem weiter abgebucht.“

Warum so viel Geld? „Habe daraus gelernt“

Frage der Richterin: „Warum so viel Geld für eine Frau, die Sie nur einmal gesehen haben?“ Antwort: „Ich habe daraus gelernt“. Beiden Opfern gemeinsam ist, dass sie nie auf die Idee gekommen sind, dass sie gar nicht mit einer Frau Kontakt haben.
Der Angeklagte, mehrfach vorbestraft, erklärte sich beim ersten Opfer für schuldig, leugnete aber, mit dem zweiten Opfer zu tun gehabt zu haben.

Seine Erklärung, dass das Handy auch von einem Mithäftling benutzt worden sei, konnte der einstige Mitinsasse glaubhaft widerlegen. Somit wurde der Mann – nicht rechtskräftig – zu vier Jahren Haft verurteilt.