Wollte Häftling seinem Kollegen „Kopf abschneiden“?. Hat 19-jähriger seinen Mithäftling bedroht oder war es doch nur ein Missverständnis? Gericht konnte noch kein Urteil dazu abgeben und berief weiteren Prozesstermin ein.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Juni 2019 (03:26)
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Ein 19-jähriger Algerier soll einen Mitinsassen in der Justizanstalt Hirtenberg mit einem Stanley Messer bedroht und ihn mit „dem Kopf abschneiden“ bedroht haben, wenn dieser nicht den Haftraum verlässt. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Der Mann bekannte sich vor Gericht „nicht schuldig“ und erklärte, dass der Mithäftling diese Sachen nur gesagt habe, weil „er in eine Zelle mit seinen Freunden im anderen Stockwerk“ kommen wollte. „Wir waren bis dahin zusammen in der Zelle und haben uns gut verstanden, Karten und Domino gespielt und alles war ok“. Zwei Tage nach der Verlegung habe man sich im Hof getroffen und freundschaftlich unterhalten. Wieder zwei Tage später „kamen Polizisten und haben mich überraschend einvernommen“.

„Wir waren bis dahin zusammen in der Zelle und haben uns gut verstanden, Karten und Domino gespielt und alles war ok“

Der Verteidiger des Angeklagten wies darauf hin, dass dieser auf einem Ohr schwerhörig ist und so immer sehr laut sprich, aber auch Radio und TV sehr laut aufdreht. Das lasse ihn aggressiver wirken, obwohl er es nicht sei.

Als das Opfer, der ehemalige Mithäftling vor Gericht seine Geschichte wiederholen sollte, erzählte es etwas ganz anderes. Danach sei er nicht von dem Algerier bedroht worden, sondern dieser habe immer wieder gedroht, sich selbst umzubringen. “Ich hatte Angst, er tut sich was an und ich wollte das nicht sehen.“ Wieso es dann zu der Anzeige wegen gefährlicher Drohung gekommen sei, wollte die Richterin wissen: „Das muss ein Missverständnis gewesen sein, weil kein Dolmetsch da war.“ Die Frage, warum er dann die Aussage nicht richtiggestellt habe, konnte das Opfer nicht klar beantworten. Jetzt werden die JA-Beamten vorgeladen, um Licht in die Sache zu bringen.