Baden ist Welterbe: Arbeit fängt nun erst an. Baden ist mit zehn weiteren Kurstädten Teil des Weltkulturerbes. Jetzt folgt Umsetzung des Managementplans.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:58)
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„Das ist die größte Auszeichnung, die unserem einzigartigen historischen Erbe jemals zu Teil wurde“, freut sich Stefan Szirucsek und stieß mit Helga Krismer, Andreas Kastinger, Ernst Schebesta, Ulrike Scholda, Christine Triebnig-Löffler und Klaus Lorenz darauf an.
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Mit einem Jahr Verzögerung wegen der Pandemie war es am Samstag soweit: Das UNESCO Welterbe-Komitee hat in seiner Sitzung in Fuzhou (China) entschieden, die „Great Spa Towns of Europe“ in die Welterbe-Liste aufzunehmen – und somit auch Baden, das gemeinsam mit zehn weiteren europäischen Kurstädten mit diesem international bedeutsamen Titel ausgezeichnet wurde.

Anders als bei vorangegangenen Nominierungen wurde die Bewerbung ohne größere Einschränkungen bewilligt. Auf Empfehlung der internationalen Denkmalschutz-Behörde ICOMOS, die sich im Vorfeld in ihrem Bericht für den Welterbetitel ausgesprochen hatte, wurde lediglich der ursprüngliche Name „Great Spas of Europe“ in „Great Spa Towns of Europe“ geändert, um mehr die Städte selbst hervorzuheben.

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Spontaner Jubel, als Tian Xuejun, Vorsitzender der Chinesischen Kommission der UNESCO, mit dem Hammer auf den Tisch klopft und die Weltkulturerbe-Entscheidung verkündet.
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Die Sitzung in China wurde im Kaiserhaus live übertragen. Groß war der Jubel, als die Entscheidung offiziell wurde – Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP), Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) und Stadtrat Hans Hornyik (ÖVP), der als Welterbebeauftragter der Stadt seit 2013 an der Einreichung federführend mitgewirkt hat, applaudierten, als ihr Traum Wirklichkeit wurde. Am Abend luden sie zur großen Feier ins Stadttheater-Foyer ein, wo mit vielen Stadtvertretern und LAbg. Christoph Kainz auf den Weltkulturerbe-Status angestoßen wurde.

„Jetzt haben wir gefeiert und ab nun wird gearbeitet“, gibt Szirucsek einen Tag darauf das Motto aus. Es gelte nun den im Dezember 2018 im Gemeinderat beschlossenen Managementplan umzusetzen. Dieser sei wie ein Fahrplan und enthalte unter anderem die bereits beschlossene Sanierung der Badener Sommerarena, für die schon zusätzliche Gelder lukriert werden konnten. Die Sommerarena sei ein wesentliches Bauwerk. Ihre Bedeutung erkenne man auch daran, dass sie „ICOMOS“ zur Präsentation der transnationalen Welterbestätte prominent positioniert hat. „Die Einschätzung, dass die Sommerarena ein wichtiges Attribut der Welterbestätte ist, war also richtig“, betont Szirucsek. Im Managementplan sei genau aufgelistet, was umgesetzt werde und was nicht – alle Schritte müssen begründet sein, erklärt der Stadtchef.

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Tourismusdirektor Klaus Lorenz freut sich über den UNESCO-Titel.
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Die mediale Aufmerksamkeit zum Welterbe-Status sei „sehr positiv“ gewesen, zahlreiche internationale Medien haben über die Entscheidung der UNESCO, die Great Spa Towns of Europe in die Welterbe-Liste aufzunehmen, berichtet. So wurde Baden in Medien wie Le Monde, vielen deutschen Tageszeitungen, aber auch in der Kuwait Times prominent erwähnt. „Diesen Schwung müssen wir nutzen, um die Kurstadt weiter zu entwickeln“, gibt Szirucsek die Marschrichtung vor.

Es sei nun die Chance, daran anzuknüpfen, „was die Stadt im 19. Jahrhundert groß gemacht hat“, sagt Szirucsek. Das Thema Gesundheit sei ein Megatrend, dem man sich künftig verstärkt widmen wolle. Die Menschen wären bereit, viel Geld auszugeben, um einen schönen (Kur)-Aufenthalt zu genießen. Szirucsek verweist auf das Jahr 1926, das er als Hoch-Zeit Badens sieht, mit der Eröffnung des Strandbads. Diese Infrastruktur der Stadt wolle man dem ursprünglichen Zweck zuführen, pflegen und erhalten.

Der Bürgermeister betont aber, dass Baden mit dem Welterbe-Status keineswegs ein neues Hallstatt werde. „Overtourismus können und wollen wir verhindern!“ Man wolle Baden „verantwortungsvoll weiterentwickeln“. Wegen dem Welterbe würden die Preise in de Stadt nicht steigen, meint er. Preissteigerungen seien vielmehr inflationsbedingt zu erwarten.

Szirucsek erwarte sich künftig mehr Fördermittel des Bundes, denn das Weltkulturerbe sei auch „eine Verpflichtung der Republik“.

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