Bezirk Baden: Mehr Influenza-Impfstoffe bestellt. Apotheker bemerkten bereits im Frühjahr eine erhöhte Nachfrage bei der Grippe-Impfung. Sie bestellten zum Teil doppelte Mengen. Die Lieferung soll planmäßig erfolgen.

Von David Steiner. Erstellt am 23. September 2020 (04:45)
Apothekerin Margit Molterer erhielt heuer deutlich mehr Anfragen zur Influenza-Impfung.
Michael Sazel

Bisher war die Impfbereitschaft bei der saisonalen Grippe österreichweit gering, die Durchimpfungsrate betrug zuletzt nur acht Prozent. In der Corona-Pandemie stieg das Interesse an der Grippe-Impfung in unvorhergesehenem Ausmaß. Das könnte zu Engpässen führen.

Influenza-Impfstoffe brauchen Planung

Denn die Impfstoffe benötigen in der Produktion eine Vorlaufzeit von etwa sechs Monaten. Sie werden Jahr für Jahr auf Basis von Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die kommende Saison angepasst. Apotheken müssen bereits im Frühjahr bei Großhändlern einmelden, wie viele Impfstoffe sie benötigen werden. Medienberichte über erhöhte Nachfrage und den Einkauf großer Mengen durch die Stadt Wien sorgten zuletzt für Verunsicherung. Laut den Großhändlern sollen die Lieferungen aber planmäßig in den nächsten Wochen erfolgen. „Wir haben heuer den doppelten Bedarf zum Normalbedarf geordert. Die Auslieferung soll in Kürze erfolgen. Damit sollte es bei uns zu keinem Versorgungsengpass kommen“, erklärt Margit Molterer von „Unsere Sonnenschein Apotheke“ in Bad Vöslau.

Auch der Badener Apotheker Heinz Haberfeld, „Landschaftsapotheke“, bestellte die doppelte Menge an Influenza-Impfstoffen. „Dieses Kontingent ist bereits ausreserviert. Kunden reservierten Grippe-Impfungen heuer bereits ab Mitte August. Das habe ich in 35 Jahren im Geschäft noch nicht erlebt“, berichtet Haberfeld. Üblicherweise sei Ende Oktober und Anfang November ein guter Zeitpunkt zu impfen, denn es brauche 10-14 Tage bis der Körper eine Immunabwehr aufbaut, so der Apotheker.

Höhere Nachfrage auch bei Ärzten

Bezirksärztevertreter Horst Birkner berichtet ebenfalls, dass sich mehr Patientinnen als sonst über die Grippe-Impfung informieren. Wie einige niedergelassene Ärzte habe er für gewöhnlich eine gewisse Menge an Impfstoffen in der Ordination, um Patienten einen Weg zu zur Apotheke zu ersparen. Heuer sei er allerdings auf der Warteliste. „Ich erfahre vom Großhändler erst in den nächsten zwei Wochen, ob ich Impfstoffe erhalten werde“, erzählt der Mediziner.

Er sei ein klarer Befürworter der Influenza-Impfung, die vor allem bei über 60-Jährigen und chronisch Kranken sinnvoll sei, betont Birkner.

„Bei meinen Patientinnen stieg das Interesse, diesen Herbst an einer Grippeimpfung teilzunehmen deutlich an. Auch bei Personen, die vormals die Grippeimpfung für sich nicht in Anspruch genommen haben“, erzählt Judith Glazer, praktische Ärztin mit Ordination in Baden. Ihre Patienten würden Impfungen in der Apotheke besorgen. „Eine Patientin erzählte, dass es in ihrer Apotheke Anmeldelisten zur Impfstoffbestellung gab. Das ist für mich eine unübliche, neue Situation“, äußert die Ärztin.

Neben älteren und chronisch kranken Menschen würde sie es begrüßen, Schlüsselpersonal aus dem Sanitätsbereich und auch Lehrerinnen und Lehrer mit der Grippe-Impfung zu erreichen.

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