Weissenbach: Ende einer Arzt-Ära. Allgemeinmediziner Max Wudy ordinierte 34 Jahre lang in Weissenbach. Als Wahlmediziner wird er in Bad Vöslau erreichbar sein.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 25. Juni 2020 (05:13)
Vizebürgermeister Josef Ungerböck und Bürgermeister Johann Miedl verabschiedeten Max Wudy (Mitte) und seine Assistentinnen Elfi Krumböck und Ingrid Angerer.
Holzinger.Presse

Max Wudy war nicht nur 34 Jahre praktischer Arzt in Weissenbach, sondern eine echte Institution. Er gilt als super Diagnostiker und als menschlicher Doktor, zu dem man nicht nur kam, wenn einem körperliche Wehwehchen plagten.

Nun schließt er seine Praxis mit Kassenvertrag und erinnert sich an seine Anfangszeit zurück: „Im Juni 1986, also vor 34 Jahren, kam ich das erste Mal nach Weissenbach, um mich bei meinem Vorgänger Dr. Jünger, dem damaligen Bürgermeister Ernst Fürnwein und dem Gemeinderat vorzustellen. Damals lernte ich auch den heutigen Bürgermeister Hans Miedl, damals frisch gewählter Gemeinderat, kennen. Seit meinem Beginn als Kassenarzt am 2. Juli ist einige Zeit vergangen, eben 34 Jahre. Das sind 1774 Wochen oder 12418 Tage, eine lange und prägende Zeit.“

Stephanie Rechberger folgt Max Wudy nach

Er erinnert auch noch gut an seine Angelobung als Gemeindearzt. Er schmunzelt: „Damals sagte ich, ich habe hier eine neue Heimat gefunden, und so war es auch bis heute.“

Seine Pensionierung als Kassenarzt sei für ihn dieselbe große Zäsur wie damals der Beginn. Für ihn ist es „Zeit, etwas Neues, etwas anderes zu beginnen. Ich werde daher, wie schon seit Jahren geplant, in die Geburtsstadt meiner Frau nach Bad Vöslau ziehen. Allerdings gehe ich nicht, ohne für eine ausgezeichnete Nachfolge gesorgt zu haben.“

Das habe er von langer Hand geplant und vorbereitet, Haus und Ordination an seine Nachfolgerin Allgemeinmedizinerin Stephanie Rechberger verkauft. Er ist davon überzeugt: „Dr. Stephanie Rechberger wird sich schnell einleben und sich im Triestingtal ebenfalls bald zu Hause fühlen.“ Für ihn war es „eine bewegte Zeit, mit viel auf und ab, aber in Summe überwiegt das Positive bei Weitem.“

Ganz aus der Medizin zurückziehen möchte Wudy sich aber nicht. „Dazu bin ich zu sehr Arzt und sehe meinen Beruf eben als Berufung und nicht nur als Job, ich werde ich in Zukunft eine kleine Wahlarztordination in Bad Vöslau führen.“

Auch seine Kammertätigkeit in der Ärztekammer ende nicht mit seiner Pensionierung, genau so will er auch seine Lehrtätigkeit an der Karl Landsteiner Universität weiter ausüben.

Er bleibt also umtriebig, wird weiter als Vertretungsarzt tätig sein. Sein Abschiedsfest feiert er Anfang September.

Bei seinen Patientinnen und Patienten bedankt er sich „für die jahrzehntelange Treue. Ich wünsche allen meinen Patienten alles Gute und vor allem Gesundheit. Meiner Nachfolgerin wünsche ich auf diesem Weg, dass sie die gleiche Erfüllung und Befriedigung in diesem herrlichen Beruf in dieser wunderbaren Gegend findet, wie ich sie gefunden habe“.