Römertherme Baden: „Wasser steht uns bis zum Hals“. Schulterschluss heimischer Thermenbetriebe, darunter Römertherme Baden, fordert Planungssicherheit, kontrollierte Wiedereröffnung und mehr Transparenz.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 04. Februar 2021 (03:23)
Vertreter der NÖ Betriebe in der Initiative „Therme Plus“: Doris Walter (Römertherme Baden), Bernhard Strohmeier (Sole-Felsen-Welt Gmünd), Stefan Nowatschka (Asia Resort Linsberg) und Reinhold Hofmann (Therme Laa Hotel & Silent Spa; v.l.).
Badener KurbetriebsgesmbH

„Das Wasser steht uns bis zum Hals!“ Mit drastischen Worten schlagen die österreichischen Thermen Alarm, darunter die Römertherme Baden. Nach sieben Monaten, in denen die Betriebe geschlossen bleiben mussten, lassen Förderungen zum Teil noch immer auf sich warten, unzählige Mitarbeiter sind weiterhin in Kurzarbeit und eine Veränderung der Situation sei nicht in Aussicht, heißt es.

Gemeinsam schlossen sich 35 Thermenbetreiber zur Initiative Therme PLUS zusammen und fordern mehr Planungssicherheit. Staatliche Unterstützung reiche bei Weitem nicht zum Abdecken der laufenden Kosten, der Einnahmenausfälle und Kosten zur Umsetzung zusätzlicher Hygienekonzepte. „Die Ampeln stehen bei uns auf Grün: Wir garantieren Sicherheit, Hygiene und Abstand – und dürfen trotzdem weiterhin nicht öffnen“, zeigen sich die Mitglieder der Initiative enttäuscht. Auch Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, gibt grünes Licht: „Mit der Entwicklung der infektiologisch fundierten Schutz- und Hygienemaßnahmen wurde ein praxisorientierter Weg gewählt, wie der Betrieb einer Therme nach dem Lockdown wieder aufgenommen werden kann“, erklärt er.

Die Situation ist laut Römerthermen-Leiterin Doris Walter „sehr ernst“. Auch bei geschlossener Therme seien die Kosten sehr hoch – etwa für Energie und laufende Wasseraufbereitung. Derzeit seien in Baden 35 Mitarbeiter in Kurzarbeit, doch falls nicht bis Ostern geöffnet werde, können sie „nicht einmal die geforderten Mindeststunden arbeiten“. Man brauche bessere Planbarkeit. Die Förderungen würden nur einen geringen Teil der Kosten decken. „Wir hatten im Vorjahr 40 Prozent des Umsatzes im Vergleich zu 2019!“, präzisiert Walter.