Unterwaltersdorf: 450 Unterschrifen für Baum-Erhalt

Aufregung um Lindenallee: Trotz Initiativantrags wurde mit Arbeiten für getrennten Geh- und Radweg begonnen.

Erstellt am 08. September 2021 | 05:12

In der Lindenallee in Unterwaltersdorf soll ein baulich von der Fahrbahn getrennter Geh- und Radweg entstehen. Das Projekt wurde bereits im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen (die Grünen haben sich enthalten) und sollte jetzt in die Umsetzung kommen. Dazu müssen aber vier Bäume in der Lindenallee gefällt werden.

Das sorgt jetzt für Aufregung und einen Initiativantrag der „Baumfreunde“, welcher am 30. August im Rathaus eingebracht wurde. Die Forderung, die von 450 Bürgern mit ihrer Unterschrift unterstützt wird: Es sollen keine Bäume gefällt und eine andere Lösung gesucht werden.

„Hier wird wieder ohne Rücksicht auf die Natur einfach begonnen zu bauen, obwohl über 400 Bürger für den Erhalt der Bäume unterschrieben haben!“  Umweltstadträtin Maria Theresia Melchior

Obwohl der Inititativantrag (nach Prüfung der Unterschriften) höchstwahrscheinlich im Gemeinderat behandelt werden muss, wurde am Montag bereits mit Bauarbeiten begonnen. Auf einer Länge von ca. 50 Meter wurde ein zwei Meter breiter und ca. 10 cm tiefer Aushub durchgeführt. Das sorgt bei einigen Bürgern und bei der Grünen Umweltstadträtin Maria Theresia Melchior für Aufregung: „Hier wird wieder ohne Rücksicht auf die Natur einfach begonnen zu bauen, obwohl über 400 Bürger für den Erhalt der Bäume unterschrieben haben!“

„Es geht uns hier vor allem um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer“ Bürgermeister Wolfgang Kocevar

Bürgermeister Wolfgang Kocevar betont, dass der Initiativantrag „sehr ernst“ genommen und auch im nächsten Gemeinderat bearbeitet werden wird. „Wir haben das Projekt bereits sehr lange diskutiert und müssen für den Geh- und Radweg vier Bäume in der Lindenallee fällen. Diese werden natürlich wieder aufgeforstet, und zwar nicht nur diese vier, sondern zusätzlich zehn weitere Bäumen in der Allee“, sagt der Stadtchef. Weiters kündigt er weitere Gespräche mit den Fraktionen an. „Es geht uns hier vor allem um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer“, meint der Bürgermeister. Er erklärt, dass es zwar eine Möglichkeit gegeben hätte, alle Bäume zu erhalten, dabei wären aber neun Parkplätze im Bereich des Kindergartens weggefallen. „Daher haben wir diesen Kompromiss gefunden“, erklärt der Bürgermeister.

Bauarbeiten sind vorerst gestoppt

Am Montag sollten lediglich Vorarbeiten durchgeführt werden, diese sind dann von der Baufirma „umfangreicher und tiefer als geplant“ durchgeführt worden. „Wir haben sofort jemanden vom Bauamt hingeschickt und die Arbeiten eingestellt“, betont Kocevar.

Auch die zuständige Stadträtin Claudia Dallinger bestätigt: „Es haben nur Sondierungsgrabungen stattgefunden, die etwas intensiver als vereinbart ausgefallen sind“. Zur Wiederaufforstung sagt Dallinger: „Wir haben extra bereits sehr große Bäume ausgesucht, die statt den entfernten Bäumen gepflanzt werden“.

Sowohl die Stadträtin als auch der Bürgermeister betonen, dass der Charakter der Allee beibehalten bleibt und die von der Bürgerinitiative kolportierten Kosten von 540.000 Euro nicht nur für die Baumpflanzung, sondern auch für den angrenzenden Kreisverkehr an der L150 berechnet wurden.