Bezirk Baden: Wie Europa in den Gemeinden ankommt

Erstellt am 28. Januar 2022 | 05:49
Lesezeit: 3 Min
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Pfaffstätten: EU-Gemeinderat Rainer Anhammer, SPÖ-Gemeinderat Marcus Ebert, Bürgermeister Christoph Kainz und Gemeindevorständin Elisabeth Rigler, Grüne, unterschreiben die EU-Charta..
Foto: Sonja Pohl
Konkrete Projekte machen die EU erlebbar.
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Als eine der ersten Gemeinden Österreichs beschloss Pfaffstätten einstimmig im Gemeinderat eine konkrete EU-Charta. Umgesetzt wird sie, je nachdem was die aktuelle Covid-Situation erlaubt, im Rahmen der „Konferenz zur Zukunft Europas“, initiiert von der Europäischen Kommission.

Gemeindevorstand Rainer Anhammer, ÖVP, hält fest: „ Europa fängt in der Gemeinde an - damit dies nicht nur ein Slogan ist, müssen Aktivitäten folgen.“ Bürgermeister Christoph Kainz, ÖVP, skizziert, was für 2022 ansteht: „Für heuer planen wir eine offene Diskussionsrunde mit prominenten Gästen und einen Fachvortrag. Höhepunkt soll das Europafest am 9. Mai werden, wobei wir alle Fraktionen gewinnen wollen, dabei zu sein.“

Der Blick geht über die eigenen Grenzen hinaus

In Traiskirchen engagierten sich Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, und Integrationsstadtrat Norbert Ciperle, SPÖ, in dem drei Jahre dauernden EU-Projekt „Snapshots from the Borders“. Dieses fand im Oktober vergangenen Jahres seinen Abschluss.

Am 3. Oktober 2021 jährte sich einer der schwersten Unfälle mit Migranten zum sechsten Mal: Ein Boot mit über 500 Menschen an Bord sank, als es nur wenige hundert Meter von der Küste von Lampedusa entfernt war. 368 Menschen verloren ihr Leben; 155 wurden gerettet. „Die Stadt Traiskirchen liegt zwar nicht an einer EU-Außengrenze, doch mit dem Erstaufnahmezentrum Ost hat sie einen Ort, wo geflüchtete Menschen sich begegnen und wo sie Aufnahme finden“, so erläuterte Babler in einer Gemeinderatssitzung, warum sich Traiskirchen an diesem Projekt beteiligt.

Ob auf Lampedusa oder in Traiskirchen: Vielfältige Initiativen wie Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen oder Flashmobs machten deutlich, wie Europa mit Menschen auf der Flucht umgeht und welche traumatischen Erlebnisse sich hinter jedem Einzelschicksal verbergen. Nur eines ist bis jetzt ausgeblieben: die Anerkennung des 3. Oktobers EU-weit als „Tag der Erinnerung und des Willkommens“.

„Mit Förderprogrammen wie LEADER soll der ländliche Raum gestärkt werden.“

Das ganze Triestingtal profitiert von der LEADER Region Triestingtal. Geschäftsführerin Anette Schawerda erläutert: „Mit Förderprogrammen wie LEADER soll der ländliche Raum gestärkt werden. Gemeinsam und unter Einbindung wichtiger Interessensverbänden und der Zivilgesellschaft werden Themen wie sanfter Tourismus oder Klimaschutz vorangetrieben und über konkrete Projekte Schritt für Schritt umgesetzt.“

Die Regionen definieren selbst, welche Schwerpunkte sie setzen wollen. Der Schwerpunkt im Triestingtal liegt vor allem auf der Digitalisierung. „Da geht es etwa darum, ältere Menschen zu unterstützen, damit sie mit der zunehmenden Verlagerung von alltäglichen Anwendungen ins digitale Amt mithalten und die Vorteile nutzen können.“

Für Schawerda ist klar: „Europäische Initiativen setzten darauf, dass es eine gute Lebensqualität in den Gemeinden und Zukunftsperspektiven für die Jungen gibt, damit gut qualifizierte Menschen gerne am Land leben, arbeiten und hier Familien gründen.“

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