Fitnessexperte Hans Holdhaus: „Wichtig ist die Balance“. Der langjährige Fitnessexperte und Sportwissenschafter Hans Holdhaus über Fitness, Ernährung und richtiges Gleichgewicht.

Von Simon Weiß. Erstellt am 14. Januar 2022 (13:42)
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Hans Holdhaus rät, sich für seine Fitnessaktivitäten einen Gleichgesinnten zu suchen.
privat

Der Jahreswechsel dient vielen als Motivation etwas an ihrer Lebensweise zu ändern, etwa körperlich aktiver zu werden und sich bewusster zu ernähren. Dabei helfen kann Hans Holdhaus mit seinem Team von „Holdhaus Nord - Die Lebensqualität-Steigerer“ in Kottingbrunn.

NÖN: Viele Leute wollen möglichst schnell möglichst viel Gewicht verlieren. Ist das sinnvoll?

Hans Holdhaus: Nein. Ein kurzfristiger Effekt ist immer möglich, wenn man auf verschiedene Dinge verzichtet, aber ich rate dringend davon ab sich zu kasteien. Zum einen halten es die meisten Leute nicht durch, da es nicht mit ihrem Lebensstil vereinbar ist. Zum anderen entsteht der klassische Jo-Jo-Effekt, man nimmt das verlorene Gewicht also in kurzer Zeit wieder zu. Das Ziel sollte sein, einen Lebensstil zu generieren, der zwischen Silvester und Weihnachten stattfindet, und nicht zwischen Weihnachten und Silvester. Ab und an über die Stränge zu schlagen ist völlig in Ordnung und tut nichts zur Sache. Die richtige Balance ist entscheidend.

Welche Art von Training und wie viele Einheiten pro Woche sind empfehlenswert?

Holdhaus: Die klassische Empfehlung sind 150 Minuten Bewegung pro Woche, idealerweise aufgeteilt auf zwei bis drei Einheiten. Der Schlüssel zum Erfolg ist aus meiner Sicht eine Kombination von Ausdauer- und Krafttraining. Auch gehört das Bewusstsein für eine erhöhte Alltagsaktivität geschaffen.

Welche Top drei Fitnesstrends gibt es derzeit?

Holdhaus: Was weltweit gerade sehr im Trend liegt, sind definitiv Fitnesstracker, also entsprechende Smartwatches beispielsweise. Beliebt ist auch Training zu Hause mit diversen Kleingeräten. An dritter Stelle liegt Bewegung im Outdoor-Bereich, nicht zuletzt, weil Fitnesscenter und Co. lange Zeit geschlossen waren.

Was kann man gegen fehlende Motivation tun?

Holdhaus: Es ist wichtig, sich jemanden dazu zu nehmen. Jemand, der oder die das persönliche Ziel mitträgt. Eine Verbindlichkeit einzugehen, wirklich etwas zu tun und Kontinuität zu erzeugen, also sich fixe Tage und Zeiten auszumachen, an denen man zum Beispiel laufen geht. Alleine kann man oft keine Motivation aufbringen.

Was hilft, neben Sport und der richtigen Ernährung, die Lebensqualität zu steigern?

Holdhaus: Ich bin ein großer Fan vom „Waldbaden“, also durch den Wald zu spazieren. Es ist erwiesen, dass die Terpene der Bäume gut für das Immunsystem sind. Zudem kann man hier gut abschalten, was die mentale Gesundheit fördert. Auch Pausen und ausreichend Schlaf sind wichtig.

www.holdhausnord.at